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Bekennerschreiben nach Anschlag

Nach dem Brandanschlag auf fünf Fahrschul-Lastwagen und einen Anhänger der Bundeswehr in Leipzig ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht.

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© TeleNewsNetwork/dpa

Leipzig. Eine autonome Gruppe hat sich im Internet zu dem Brandanschlag auf fünf Fahrschul-Lastwagen und einen Anhänger der Bundeswehr in Leipzig bekannt. „Was hier kaputtgemacht wird, kann woanders keine Menschenleben zerstören“, heißt es in dem Schreiben, das auf der Plattform „indymedia.org“ veröffentlicht wurde. Wie ein Polizeisprecher am Mittwoch sagte, hat nun das Operative Abwehrzentrum (OAZ) die Ermittlungen zu dem Fall übernommen. Es ist zuständig für die Ermittlungen bei extremistisch motivierten Straftaten.

Die Polizei verwies auf Parallelen zu zwei früheren Brandanschlägen auf Autos des Ordnungs- sowie des Hauptzollamtes. Auch in diesen zwei Fällen hatten sich damals Linksautonome auf der Internetseite zu den Bränden bekannt. Insgesamt standen in der Nacht zum Dienstag auf dem Gelände einer Werkstatt nahe der Autobahn 14 acht Lkw in Flammen. Die Schadenshöhe liegt im sechsstelligen Bereich.

Schon im vergangenen Jahr hatte es in Leipzig mehrfach gewalttätige Ausschreitungen mutmaßlich linksextremer Gruppen gegeben. Im Dezember kam es am Rande einer Neonazi-Demonstration zu schweren Krawallen. Vermummte warfen Flaschen, Steine und Feuerwerkskörper auf die Polizei. Dabei wurden nach Angaben der Behörden 69 Beamte verletzt und 50 Dienstfahrzeuge beschädigt.

Im April attackierten Unbekannte das Technische Rathaus der Messestadt, zerstörten mehr als 40 Scheiben und Türen des Gebäudes und warfen Farbbeutel gegen die Fassade. Ende März randalierten rund 50 Vermummte vor dem Gebäude der Leipziger Staatsanwaltschaft.

Im Januar zogen etwa 600 mutmaßliche Linksautonome durch die Messestadt, warfen Steine auf Polizeiautos und demolierten das Gebäude des Amtsgerichts. Im Stadtteil Connewitz wurde ein Polizeiposten mehrfach angegriffen. (dpa)