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Bekommt Liegau eine Turnhalle?

Die Grundschüler müssen in die Kita ausweichen. Das sorgt für gleich mehrere Probleme.

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© Thorsten Eckert

Von Jens Fritzsche

Liegau. Eigentlich, sagt Alexandra Braumgärtel, gebe es an ihrer Grundschule jetzt einige Lehrplan-Inhalte, die nicht vermittelt werden könnten. Alexandra Baumgärtel ist die Leiterin der Liegauer Grundschule –  und hat ein Problem. Ein Turnhallenproblem. Denn die Schüler ihrer Grundschule absolvierten bisher den Sportunterricht in der Halle der nahen Ludwig-Richter-Mittelschule. Die aber ist in diesem Schuljahr so ausgelastet, dass für die Grundschüler kein Platz mehr in der Turnhalle ist. Also müssen die Liegauer ausweichen. In den Mehrzweckraum der benachbarten Kita. Der ist aber ziemlich eng –  und vor allem flach. „Was gerade bei Ballübungen schwierig ist“, sagt die Schulleiterin. Außerdem muss sie einige Klassen aus Platzgründen teilen. „Was zwar bei ausgeklügelter Planung funktioniert, weil ein Teil der Klasse dann Sportunterricht hat, der andere Förderunterricht oder zum Beispiel Werken“, beschreibt sie. Aber es wird dafür eben auch ein zusätzlicher Lehrer gebraucht. Hinzu kommt das Problem, „dass es ja nicht nur um eine Turnhalle geht, sondern auch um die Außenanlage für die Leichtathletik“, schiebt Alexandra Baumgärtel nach. Und diese Außenanlagen gibt es im Moment nicht, sodass beim Thema Lehrplan und Leichtathletik heftig improvisiert werden muss.

Wobei zudem nun nicht nur die Grundschule ein Problem hat, sondern auch die Kita. Denn bis auf Mittwoch „blockiert“ die Schule vier Tage lang bis 14 Uhr den Mehrzweckraum, der dann für die Kindergartenkinder nicht mehr nutzbar ist. Was wiederum auch ein echtes Ärgernis für die Kita ist.

Ein echtes Dilemma – und deshalb hat Liegaus Ortsvorsteher Gabor Kühnapfel (SPD) für Mittwochabend die Ortschaftsratssitzung kurzerhand in den Mehrzweckraum verlegt, „damit alle Räte wissen, worüber wir reden“. Kühnapfel hatte das Thema ja unlängst auch im Stadtrat angeschoben und vorsichtig nach dem Bau einer Turnhalle für Liegau nachgefragt. „Wir werden am Mittwoch auch über mögliche Standorte reden – aber noch ist vollkommen unklar, ob eine Halle überhaupt finanzierbar ist“, räumt der Ortsvorsteher ein.

Gemeinsames Projekt auf den Weg bringen?

Eine von ihm und von Radebergs OB Gerhard Lemm (SPD) ins Spiel gebrachte Variante war ja auch eine mögliche Zusammenarbeit mit dem Epilepsiezentrum Kleinwachau. Das liegt ja nur wenige Hundert Meter von der Grundschule entfernt. Auch dort sind die vorhandenen Sportanlagen mehr als ausgelastet. „Wir sind in engem Kontakt und können auch die Halle des Epilepsiezentrums ab und an nutzen“, sagt Schulleiterin Baumgärtel. Aber auch dort, sagt sie, ist eigentlich nicht ausreichend Platz. Zudem die Anlagen im Epilepsiezentrum ja in erster Linie auch für die Bewohner und Patienten der Einrichtung gedacht sind. Warum nun also nicht ein gemeinsames Hallenprojekt auf den Weg bringen? Eine Idee, die wie erwähnt sowohl Lemm als auch Ortsvorsteher Kühnapfel durchaus sinnvoll finden würden. Geteilte Kosten sind eben auch irgendwie halbe Kosten – für jeden Partner. Auch das wird Mittwochabend sicher eine Rolle spielen. Im Ortschaftsrat im Mehrzweckraum.

Die Sitzung ist öffentlich und beginnt Mittwochabend, 19 Uhr im Mehrzweckraum der Kita an der Rödertalstraße