merken
Deutschland & Welt

Minsk: 500 Demonstranten festgenommen

Am Sonntag sind erneut mehr als 100.000 Menschen auf die Straße gegangen. Die Regierung ging hart dagegen vor.

Bewaffnete belarussische Polizeibeamte bewachen während eines Protests in Minsk eine Straßensperre hoch über den Demonstranten.
Bewaffnete belarussische Polizeibeamte bewachen während eines Protests in Minsk eine Straßensperre hoch über den Demonstranten. © AP/dpa

Minsk. Bei den neuen Massenprotesten gegen Machthaber Alexander Lukaschenko sind in Belarus (Weißrussland) mehr als 500 Menschen festgenommen worden. Das teilte das Innenministerium am Montag in der Hauptstadt Minsk mit. Insgesamt seien landesweit 523 Menschen bei 19 Aktionen in Gewahrsam gekommen, davon 160 in Minsk, hieß es.

Die Demokratiebewegung hatte bei der traditionellen Sonntagsdemonstration mehr als 100.000 Menschen allein in Minsk auf die Straße gebracht. An dem Tag endete ein Volks-Ultimatum an Lukaschenko, die Polizeigewalt zu beenden, alle politischen Gefangenen freizulassen und eine neue Präsidentenwahl ohne ihn anzusetzen.

Familie
Vater, Mutter und Kinder
Vater, Mutter und Kinder

sind eine wunderbare Kombination. Sie kann viel Spaß machen, aber auch Arbeit und Ärger. Tipps, Tricks und Themen zu allem, was mit Familie und Erziehung zu tun hat, gibts in einer besonderen Themenwelt von sächsische.de.

Welchen Rückhalt hat das Regime?

Weil der 66-Jährige das Ultimatum verstreichen ließ, sollte am Montag in den Staatsbetrieben ein Generalstreik beginnen. Damit will die Demokratiebewegung den Druck auf den Machtapparat erhöhen. 

Im Nachrichtenkanal Telegram gab es mehrere Mitteilungen und Videos aus Betrieben, die sich der Streikaufforderung angeschlossen haben sollen. Die Regierung betonte dagegen in einer Mitteilung am Montagvormittag, dass der Betrieb in allen staatlichen Unternehmen plangemäß laufe.

Weiterführende Artikel

Belarus: Zehntausende gegen Lukaschenko

Belarus: Zehntausende gegen Lukaschenko

Unerschrocken protestieren mehr als 50.000 gegen "Europas letzte Diktatur". Es gibt Festnahmen und einen besonders schrecklichen Fall von Repression.

Frauen in Belarus protestieren wieder

Frauen in Belarus protestieren wieder

Auch die Androhung von Gewalt durch die Polizei hält oppositionelle Frauen in Minsk nicht von der Straße fern. Beim Protest gegen Lukaschenko gab es Festnahmen.

Die Bürgerrechtlerin Swetlana Tichanowskaja, die aus ihrem Exil in der EU zu der landesweiten Arbeitsniederlegung aufgerufen hatte, forderte die Menschen auf, dem "Regime" zu zeigen, dass es jeden Rückhalt verloren habe. "Die Arbeiter staatlicher Fabriken und Unternehmen, Transportbetriebe, Bergarbeiter, Lehrer und Studenten haben seit dem frühen Morgen mit dem Streiken begonnen", teilte Tichanowskaja mit. (dpa)

Mehr zum Thema Deutschland & Welt