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Politik

Tichanowskaja: mit Lukaschenko reden

Die belarussische Oppositionsführerin sieht vor ihrem Treffen mit EU-Außenministern einen Runden Tisch mit dem Staatspräsidenten als gute Lösung.

Swetlana Tichanowskaja, ehemalige Kandidatin für die Präsidentschaftswahlen in Belarus, kann sich einen Runden Tisch mit Lukaschenko vorstellen.
Swetlana Tichanowskaja, ehemalige Kandidatin für die Präsidentschaftswahlen in Belarus, kann sich einen Runden Tisch mit Lukaschenko vorstellen. © Czarek Sokolowski/AP/dpa

Warschau. Vor ihrem Auftritt vor EU-Außenministern in Brüssel hat sich die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja für Verhandlungen am Runden Tisch mit Präsident Alexander Lukaschenko ausgesprochen. "Es wäre eine hervorragende Lösung, mit ihm an einen Runden Tisch zu setzen. Aber wie können wir ihn motivieren, dass er sich dazusetzt?" sagte Tichanowskaja der polnischen Ausgabe des Magazins Newsweek (Montag). Die Opposition habe auch über internationale Kanäle versucht, den Kontakt zu Lukaschenko aufzunehmen, es gebe aber keine Reaktion von ihm, sagte Tichanowskaja.

Seit der Präsidentenwahl am 9. August kommt es in Belarus täglich zu Protesten. Lukaschenko hatte sich mit 80,1 Prozent der Stimmen nach 26 Jahren im Amt zum Wahlsieger erklären lassen. Die Opposition hält dagegen die 38-jährige Tichanowskaja für die wahre Siegerin. Die Oppositionsführerin lebt inzwischen im Exil im benachbarten EU-Land Litauen. Sie war unter Druck der Behörden dorthin ausgereist.

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