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Belgischer Ausreißer gewinnt Tour-Etappe

Thomas de Gendt siegt nach einem spannenden Tag, an dem Titelverteidiger Geraint Thomas stürzt und Julian Alaphilippe wieder ins Gelbe Trikot fährt.

Thomas de Gendt kann sein Glück kaum fassen.
Thomas de Gendt kann sein Glück kaum fassen. © dpa/David Stockman

Saint-Etienne. Traumhaftes Szenario für die Franzosen zum bevorstehenden Nationalfeiertag: Julian Alaphilippe hat einen Tag vor der großen Party am Sonntag das Gelbe Trikot bei der 106. Tour de France zurückgeholt, während sich sein Landsmann Thibaut Pinot in eine starke Position im Kampf um den Gesamterfolg gebracht hat.

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Titelverteidiger Geraint Thomas war dagegen nach einem heftigen Sturz heilfroh, unverletzt und mit geringem Zeitverlust auf den belgischen Etappengewinner Thomas de Gendt das Ziel in Saint-Etienne am Samstag erreicht zu haben.

Doch die Protagonisten auf der 200 Kilometer langen Berg- und Talfahrt waren erneut die Gastgeber. "Das war ein großartiges Finale. Wenn man das Trikot hat, will man es nicht mehr hergeben", sagte Alaphilippe, der den Italiener Giulio Ciccone an der Spitze der Gesamtwertung wieder ablöste. Mit Pinot attackierte er am letzten der sieben Berge. Das Duo erreichte sechs Sekunden hinter de Gendt das Ziel und sammelte zusätzlich wichtige Bonussekunden ein.

"Ich will nicht darüber nachdenken, ob ich die Tour gewinnen kann. Am Sonntag genieße ich es einfach, das Trikot zu tragen", sagte Alaphilippe, der jetzt 23 Sekunden vor Ciccone liegt. Dahinter lauert 53 Sekunden zurück bereits Pinot, der als klassischer Rundfahrer die Hoffnungen der Franzosen auf den ersten Sieg bei der großen Schleife seit Bernard Hinault 1985 erfüllen könnte. "Ich bin in einer großartigen Form", sagte er. "Es bleiben aber noch zwei Wochen. Ich gehe es Stück für Stück an."

Buchmann erreicht das Ziel erneut mit den Besten

Derzeit spricht alles für Pinot, der nun 19 Sekunden vor Thomas liegt. Der Waliser konnte froh sein, dass es nicht mehr waren. Denn 15 Kilometer vor dem Ziel stürzte der Vorjahressieger genauso heftig wie sein polnischer Mannschaftsgefährte Michal Kwiatkowski. Ein Ineos-Rad lag zerstört am Straßenrand. Die Knochen blieben heil.

Keine Probleme hatte Deutschlands Hoffnungsträger Emanuel Buchmann beim Ritt über sieben Bergwertungen. Mit einem Rückstand von 26 Sekunden überquerte er mit Thomas und den anderen Favoriten den Zielstrich. "Die Etappe war richtig schwer", sagte der neue Gesamt-Zehnte. "Es waren beinahe 4000 Höhenmeter. Am Ende mussten wir schon einiges investieren, um vorn dabei zu sein. Als Rennstall haben wir es wieder sehr gut gemacht. Das Team hat gut gearbeitet."

Für den ehemaligen Tour-Fünften Tejay van Garderen ist die Rundfahrt dagegen beendet. Er brach sich bei seinem Sturz am Freitag die linke Hand. Der US-Amerikaner war mit großen Ambitionen zur Tour gekommen, nachdem er bei der Dauphiné-Rundfahrt als Zweiter überzeugt hatte. Am Sonntag geht die große Schleife mit der 9. Etappe über 170,5 Kilometer von Saint-Etienne nach Brioude weiter. Dabei sind drei Bergwertungen zu meistern. Am schwierigsten ist die durchschnittlich elf Prozent steile Mur d'Aurec-sur-Loire. Sie steht nach etwa 40 Kilometern an. (dpa)