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Bennet bläst Bäume um

Das Sturmtief hat in der Region Spuren hinterlassen. Die sind aber nicht so verheerend wie nach Friederike.

Die Harthaer Stadtverwaltung musste das Stadtwäldchen erneut sperren. Sturmtief „Bennet“ hatte einige Bäume zu Fall gebracht. © Dietmar Thomas

Region Döbeln. Die Aufräumarbeiten in den Wäldern sind nach den Stürmen „Friederike“ und „Herwart“ noch nicht einmal überall abgeschlossen, da fallen schon wieder Bäume. „Bennet“ hieß das Sturmtief, das am Rosenmontag auch in der Döbelner Region für Probleme und Einsätze gesorgt hat.

Das Harthaer Stadtwäldchen musste erneut gesperrt werden. Den Sturmböen fielen einige Bäume zum Opfer. „Wir müssen nun zunächst das Ausmaß der Schäden feststellen. Die Ergebnisse werden wir frühestens in einer Woche zusammenhaben“, schätzt Bauamtsleiter Ronald Fischer ein. Vereinzelt seien auch weitere Bäume im Stadtgebiet zu Schaden gekommen, ergänzt er noch.

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Wochenlang musste das Stadtwäldchen nach den beiden vorherigen Sturmtiefs von umgestürzten Bäumen beräumt werden. „Wir haben das Holz mittlerweile verkauft und einen Erlös von 5 000 Euro erzielt. Dieses Geld wird zur Wiederaufforstung verwendet“, erklärt der Bauamtsleiter. Statt reiner Nadelbaumkulturen soll nun aber im Stadtwald künftig wieder Mischwald wachsen.

Revierförster Dirk Tenzler hat bislang keine weiteren größeren Schäden in den Wäldern der Döbelner Region feststellen müssen. „Das Sturmtief war nicht so stark, wie das verheerende im vergangenen Jahr. Der Wind kam dieses Mal aus einer eher günstigeren Richtung“, sagt er. 

Dennoch warnt er davor, sich zu unbedarft in den Wäldern aufzuhalten. „Die Bäume an den Flächen, die von Sturmschäden gezeichnet sind, sind entsprechend gefährdet und dem Wind ausgesetzt“, so Tenzler. Daher erhöhe sich die Gefahr, dass diese Bäume stürmischen Böen ebenfalls nicht mehr standhalten könnten. Und besonders weist er daraufhin, dass Absperrungen, wie die aktuell im Harthaer Stadtwäldchen, auch ernst genommen werden sollten.

Er empfiehlt allen Waldbesitzern außerdem dringend, mindestens alle 14 Tage Kontrollgänge in ihren Waldabschnitten zu unternehmen. Er weist damit auf eine andere, besonders akute Gefahr hin: den Borkenkäfer. „Jetzt werden der Befall und die Schäden, die das Insekt im vergangenen Jahr angerichtet hat, sichtbar. 

Bäume, die vom Sturm bereits geschwächt und angeschoben wurden, sind ein Paradies für den sogenannten Buchdrucker“, so Tenzler. Die befallenen und geschädigten Gehölze müssen so schnell wie möglich herausgeschafft werden. Denn sobald sich Tagestemperaturen von um die 15 Grad Celsius durchsetzen, wird der Borkenkäfer aktiv und befällt weitere Bäume.

Montagabend hatten sich Teile der Dachdeckung eines Privathauses neben der Roßweiner Sparkasse gelöst und sind auf den Parkplatz gefallen. Die Feuerwehr kam zu Hilfe. © privat

In Roßwein mussten am Dienstagmorgen die freiwilligen Helfer der Feuerwehr zu einem Privathaus neben dem Sparkassengebäude ausrücken. Bereits am Montagabend hatten sich Teile der Dachdeckung gelöst und sind auf den Parkplatz der Sparkasse gefallen. Die Feuerwehrleute entfernten am Dienstagmorgen weitere lockere Teile des Daches und der Bauhof sicherte die heruntergefallenen Bruchstücke mit einem Netz.

Dafür mussten der Parkplatz der Sparkasse und der Niederstadtgraben zeitweise gesperrt werden. Nach Beendigung der Sicherungsarbeiten konnten der Parkplatz – bis auf eine Parkbucht, die für die Lagerung der Dachreste genutzt wird – und die Straße wieder frei gegeben werden. Für die Beseitigung des Mülls muss der Hausbesitzer aufkommen. Er wurde von der Stadtverwaltung benachrichtigt und gebeten, die Reste so schnell wir möglich zu entfernen.

Die Stromversorgung im Raum Döbeln war in den Sturmstunden fast komplett gewährleistet, berichtet Gunnar Fehnle, Geschäftsführer der Stadtwerke Döbeln. „Lediglich ein Haushalt war für eine halbe Stunde ohne Strom. Im Döbelner Ortsteil Markritz war ein abgebrochener Ast auf eine Stromleitung gefallen und hatte die Versorgung unterbrochen. Das konnte jedoch innerhalb kurzer Zeit wieder repariert werden“, so Fehnle.


Weitere lokale Nachrichten: www.sächsische.de/doebeln

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