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Bereit für Schnee und Eis

Boxberg wollte für Ortsteile Dienstleister für den Winterdienst einsetzen. Das klappt nicht. Eine Lösung gibt es trotzdem.

© SZ-Archiv/Bernhard Donke

Von Carla Mattern

Boxberg. Einhundert Kilometer - und demnächst auch wieder voller Schnee und Eis. Das ist das Pensum für die Gemeinde Boxberg. Eine Aufgabe, die für die Flächengemeinde sommers wie winters eine Herausforderung darstellt, denn die kommunalen Straßen müssen immer befahrbar gehalten werden. Ob allerdings die Straßenbäume eine Woche eher oder später beschnitten werden oder Bankette repariert oder Löcher ausgebessert werden, das ist keine Frage von wenigen Stunden. Beim Winterdienst schon. Da macht es einen großen Unterschied, ob die Hauptstraßen mit Bushaltestellen, Gehwegen vor den Kitas, Arztpraxen, Einkaufsmärkten, Bäckern oder auch Kreuzungsbereichen möglichst gefahrlos begehbar oder befahrbar sind.

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Um das für das gesamte Gemeindegebiet zu gewährleisten, wollte Boxberg an einen Dienstleister Klitten und die angrenzenden Ortsteile Jahmen, Klein Ölsa, Klein Radisch, Zimpel, und Tauer übergeben. Wenn zusätzliche Kräfte zum Einsatz kommen, wird es möglich, bis spätestens gegen neun Uhr alle Straßen und Gehsteige räumen zu lassen. So der Plan. Doch der ging nicht auf. Nicht eine einzige Firma will den Winterdienst übernehmen. Mit etwa zehn infrage kommenden Firmen wie Agrargenossenschaften und Hausmeisterdiensten sei gesprochen worden, sagt Norbert Reimann aus dem Boxberger Bauamt auf Nachfrage. Sechs davon wurden um Angebote gebeten, aber nicht eines ging ein.

Dabei gibt es gute Erfahrungen mit dem Dienstleister von der Agrargenossenschaft Mönau-Rauden. Die sind auch im Bereich Landschaftspflege aktiv und haben sich für den Winterdienst-Auftrag der Gemeinde Boxberg extra die entsprechende Technik besorgt. Damit sorgen sie in den Ortsteilen Uhyst und Kaschel und an der Seestraße für freie Bahn. Das schafft zusätzliche Arbeit über den Winter. Ob sie weitere Touren fahren können, das wurden auch die Mönau-Raudener gefragt. Und sagten ab. „Sie könnten noch mehr Kilometer Straßen schieben mit ihrer Technik. Aber es fehlt Technik für die Gehwege, wie ein Multicar mit einem kleineren Schild“, sagt Norbert Reimann.

Trotzdem werden die Klittener und Einwohner der anderen Ortsteile nicht mit Schnee und Eis alleingelassen. Das versichert der Leiter des Boxberger Bauhofes Frank Zschippang jetzt am Montag vor den Gemeinderäten. „Wir schaffen das“, sagte er. Es gibt bereits Gespräche, damit wie in den Jahren zuvor der Winterdienst wieder durch die Mitarbeiter des Bauhofes abgesichert wird. Damit das schaffbar ist, werden Ehemalige zurückgeholt, die per Minijob-Vereinbarung für die Zeit des Winterdienstes gebunden werden und so mit ihrer Erfahrung und den Einsatz für die erforderliche Einsatzstärke sorgen. Zurzeit gehören zum Bauhof 14 Mitarbeiter, sagt Frank Zschippang. Als der Bärwalder, der auch als Ortsvorsteher arbeitet, den Bauhof vor zehn Jahren übernahm, gehörten noch 28 Mitarbeiter zum Team. Mit den zusätzlichen Winterdienstlern werde das abgesprochen, Bereitschaft sei da, so Frank Zschippang.

Boxbergs Bürgermeister Achim Junker kennt diese Situation. Er sagt auf Nachfrage, dass die Personalstärke des Bauhofes mittlerweile an einer Grenze angekommen sei, wo sich weitere Sparmaßnahmen verbieten. Beispielsweise soll die Stelle des im nächsten Jahr ausscheidenden Mitarbeiters wieder besetzt werden, kündigt Achim Junker an. Und auch ein Vorschlag aus dem Gemeinderat werde geprüft. Wenn Dienstleistern langfristige Verträge angeboten werden, beispielsweise über zehn statt über drei Jahre, dann haben die bessere Möglichkeiten sich die zusätzlich benötigten Geräte und Fahrzeuge anzuschaffen.

Unabhängig von dieser Lösung für den nächsten Winter soll bei weiteren Gesprächen auch ausgelotet werden, was wirklich notwendig ist, so der Bürgermeister.