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Bergquell rockt zum Jubiläum

Löbaus Brauerei wird 170 Jahre alt. Das soll im Juni zum Brauereifest gefeiert werden. Dann auch mit neuem Bier – das können sogar Autofahrer trinken.

© privat

Von Marcus Scholz

Wenn in Löbau Brauereifest gefeiert wird dann geht ordentlich die Post ab. Musik, gute Laune und jede Menge Bier gehören jedes Jahr gleichermaßen zum Fest dazu, wie eine kleine Showeinlage von Bergquell-Chef Steffen Dittmar. Der ist für jeden Spaß zu haben. Zuletzt hat er beim Auftritt der Musikcombo „Firebirds“ seine Vielseitigkeit unter Beweis gestellt und an einem weißen Kontrabass für Stimmung in der Bergquell-Hall gesorgt.

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In diesem Jahr wird die Löbauer Brauerei 170 Jahre alt. Um das gebührend zu feiern hat Steffen Dittmar drei Tage Party am Stück anberaumt. Vom 3. bis 5. Juni soll im Rahmen des Brauereifestes gefeiert werden. Allerdings nicht so, wie gewohnt im Löbauer Gewerbegebiet an der Weststraße, sondern diesmal auf dem Messegelände. Für den Umzug gibt es vielerlei Gründe. „Das Feiern in der Bergquell-Hall ist immer mit einem großen logistischen Aufwand verbunden“, sagt Dittmar. Denn bisher ist immer einen Monat vor Festbeginn damit begonnen worden, die riesige Halle auszuräumen. „Gleichzeitig musste aber auch das Tagesgeschäft weitergeführt werden“, so der Brauerei-Chef. Dass das traditionelle Fest mit dem Umzug auf das Messegelände ein Stück von seiner Identität verliert, glaubt Dittmar nicht. „Es macht keinen Unterschied. Wenn man es genau nimmt, dann steht die Bergquell-Hall sowieso nicht direkt auf unserem Brauereigelände“, sagt er. Dittmar sieht der Veranstaltung im Juni voller Vorfreude entgegen. Denn das Löbauer Messegelände bietet viele Vorteile. „Es ist einfach weitläufiger und fasst mehr Besucher. Zuletzt sind wir teilweise an unsere Grenzen gestoßen und mussten wegen des großen Andrangs zwischendurch die Tore schließen lassen, sagt er. In Zahlen ausgedrückt sind in den vergangenen Jahren täglich etwa 7 000 Besucher beim Brauereifest gewesen. Im Juni haben nun noch mehr Menschen die Möglichkeit, ein kühles Bier bei stimmungsvoller Livemusik zu trinken.

Das Fest sei ein Treffpunkt für viele Leute aus der Region, so Dittmar. Zum runden Geburtstag will er seinen Gästen etwas Besonderes bieten. Wie schon seit 13 Jahren üblich, spielen am Freitagabend die Firebirds und auch die Zittauer Rockmusiker von „Jenix“ werden mit dabei sein. Als Stargäste hat der Bergquell-Chef diesmal die deutsche Popband „Marquess“, die überwiegend spanische Stimmungslieder spielt, nach Löbau bestellt. Bekanntgeworden ist die Gruppe 2007 mit ihrem Hit „Vayamos Compañeros“ und seitdem regelmäßig in den deutschen Charts vertreten. Die Band in die Stadt zu holen sei laut Steffen Dittmar relativ teuer gewesen. Das stört ihn aber wenig. Er will damit diejenigen belohnen, die das ganze Jahr sein Bier kaufen. „Das Fest ist keines mit dem man Geld verdienen kann. Der Eintritt ist immer frei und allein mit dem Bierverkauf können wir unsere Kosten nicht decken“, sagt er. Neben Musik und Bier werden auch ein Bauernmarkt, eine kleine Bühne im Außenbereich des Messegeländes, ein 35 Meter hohes Riesenrad und mehrere Karussels zum Rahmenprogramm des Brauereifestes gehören. „Wir wollen das Gelände optimal nutzen“, sagt Dittmar.

Bevor die große Sause losgehen kann, wird aber zuvor noch an anderer Stelle gefeiert. Nämlich direkt in der Brauerei im Löbauer Gewerbegebiet West. Das soll am 23. April passieren. „Es ist der Tag des deutschen Bieres und außerdem feiern wir noch 500 Jahre deutsches Reinheitsgebot“, so Steffen Dittmar. Eigentlich sonst nicht möglich, bietet er an jenem Tag Führungen durch seinen Betrieb an und lässt interessierte Löbauer einen Blick in das Allerheiligste seiner Brauerei werfen. Dann können die Besucher unter anderem sehen, wie einige der neuen Bergquell-Sorten hergestellt und abgefüllt werden. Dazu zählen die zu 100 Prozent alkoholfreien Malzgetränke „Punkt Null“, und „Punkt Null Kirsch“. Es habe zuletzt eine große Nachfrage nach einem alkoholfreien Getränk auf Basis des Porter-Geschmacks gegeben, so Dittmar. Mit dem neuen Punkt Null ist die Brauerei den Wünschen ihrer Kunden nachgekommen. Von der Idee bis zur fertig abgefüllten und etikettierten Flasche geht allerdings viel Zeit ins Land. „Das kann schon mal ein halbes bis ganzes Jahr dauern“, sagt Evelyn Klenner aus dem Bereich Marketing der Löbauer Bergquell Brauerei. Ihr Chef Steffen Dittmar wagt es aber gern neue Sorten und Geschmacksrichtungen auszuprobieren. Allein die Marke „Porter“ schreibt eine richtige Erfolgsgeschichte. „Nach Köstritzer wird unser Schwarzbier in Deutschland am meisten gekauft“, sagt er. Insgesamt würden in seiner Brauerei täglich rund 300  000 Flaschen abgefüllt werden. Seit 17 Jahren leitet Dittmar nun schon die Brauerei und hat seitdem 25 Millionen Euro in das Unternehmen investiert. Der runde Geburtstag im Juni ist ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Löbauer Bergquells. Dittmar wird auch dann wieder für gute Stimmung bei den Geburtstagsgästen sorgen.