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Bergretter finden vermissten Mann

Der Deutsche hatte sich im Isergebirge von seiner Gruppe getrennt und verirrt. Gefunden wurde er weit entfernt von seiner Unterkunft.

© SZ-Archiv

Klein Iser. Mehrere Stunden hat der Bergdienst des Isergebirges nach einem verschwundenen deutschen Skiläufer gesucht. Der 60-jährige Mann aus Liebenburg war mit Freunden von Klein Iser aus auf eine Tour gegangen und hatte sich unterwegs aber von der Gruppe getrennt. „Am Abend des Ausflugstages war er nicht in sein Gästehaus zurückgekehrt“, sagt der Hauptmann des Bergdienstes im Isergebirge, René Mašín. Die Bergretter und die Polizei fanden ihn erst nach einer langen Suche rund 20 Kilometer entfernt von seinem Urlaubsort. „Er war desorientiert und durchgefroren, aber ansonsten in Ordnung“, so Mašín.

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Auf den Gipfeln des Isergebirges liegt derzeit gefrorener, eisiger Schnee. Skifahrer können sich darauf schnell verletzten“, warnt René Mašín. Ihm zufolge war der Fall des vermissten Deutschen exemplarisch dafür, wie man nicht in die Berge gehen sollte: „Der Mann hatte kein Handy mit und kannte sich vor Ort nicht aus. Die Gefahr bestand, dass wir ihn nicht rechtzeitig finden“, sagt René Mašín. Der Deutsche hatte seine Gruppe zwischen Klein Iser und Smeda (Wittighaus) verlassen. Entdeckt wurde er aber bei Ptací Kopy und Hrebínek, in einem ganz anderen Gebiet des Isergebirges. Die Bergretter hatten das Suchgebiet zunächst mit vier Patrouillen auf Rollern durchkämmt. Danach wurden jedoch auch die Polizei und umliegende Gemeinden alarmiert und ein spezielles Suchteam zusammengestellt.

Der Tschechische Bergdienst ist in sieben Regionen des Nachbarlandes tätig: im Iser-, Riesen-, Adler- und Erzgebirge, im Böhmerwald, dem Altvatergebirge und den Beskiden. Im Isergebirge sind die Rettungsteams dabei an sechs Orten präsent, und zwar in Bedrichov (Friedrichswald), auf dem Jeschken, Severák, Špicák (Spitzberg), in Jizerka (Klein Iser) und in Horní Rejdice. Seit Anfang Dezember haben die tschechischen Bergretter fast 500 Einsätze zu verzeichnen. Im vorigen Winter standen fast 800 Einsätze zu Buche. Die meisten Einsätze betrafen Stürze von Skifahrern und verletzte Knie, oft kam es aber auch zur Kollisionen zwischen Ski- und Snowboardfahrern. „Viele Menschen überschätzen ihre Kräfte“, sagt René Mašín. (lau)