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Bergsteiger in Sorge um „Biwak“-Sendung

Mit seinen angekündigten Änderungen bei dem Bergsportmagazin stößt der MDR jetzt auf Widerstand.

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Von Hartmut Landgraf

Der Sächsische Bergsteigerbund (SBB) geht wegen der angekündigten Neuausrichtung des MDR-Bergsportmagazins Biwak auf die Barrikaden. In einem offenen Protestbrief an den Intendanten des Mitteldeutschen Rundfunks, Udo Reiter, bedauert der Verein die neue Hinwendung zu Wellnessthemen und Trendsportarten.Der MDR hatte angekündigt, künftig mit Freizeitthemen im weitesten Sinne neue Zuschauerkreise für Biwak erschließen zu wollen (SZ berichtete gestern). Offensichtlich habe der MDR „die Bedeutung des Freikletterns in unserer Region nicht erkannt“, heißt es in dem Schreiben des SBB. Der Verein befürchtet, dass die Hinwendung zu neuen Themen „das Ende des Bergsportmagazins“ bedeuten“.

Erfolgreicher Protest in Bayern

Damit legt sich der mitgliederstarke Verein bereits zum zweiten Mal wegen Biwak mit dem MDR an. Bereits als die Sendung vor zwei Jahren vom Abend- ins Nachmittagsprogramm verschoben wurde, schrieb der Vereinsvorstand bittere Briefe ans Landesfunkhaus Sachsen und startete eine Unterschriftenaktion in den eigenen Reihen.

Laut MDR bleibt der Bergsport trotz Neuerungen weiter Thema bei Biwak. Im Landesfunkhaus wusste man gestern vom neuerlichen Protest der Bergsteiger noch nichts. „Jeder, der eine begründete Kritik vorbringt, bekommt auch eine Antwort“ hieß es auf Nachfrage.

In einem ähnlichen Fall schrieb sich ein Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks die Finger wund: Michael Pause, Moderator der in Bayern beliebten Bergsportsendung „Bergauf-Bergab“. Aufgrund einer „Programmschemareform“ war diese im Frühjahr 2007 ebenfalls auf einen Nachmittagsplatz abgewandert. Nach Quotenverlusten und massiven Protesten aus der Bergsportszene macht der Sender nun einen Rückzieher und schiebt Bergauf-Bergab zurück ins Abendprogramm. Allein die Alpenvereinssektionen München und Oberland hatten 10 000 Unterschriften gesammelt. Bergsteigen sei eben „Teil der bayerischen Lebensart“, erklärt Pause den Aufruhr.

Laut SBB gilt für Sachsen Ähnliches. Der Verein will deshalb seine rund 9 000 Mitglieder mobilisieren, schriftlich beim Rundfunkrat den Erhalt der Sendung Biwak als Bergsportmagazin zu fordern.