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Bergsteiger pflanzen 2000 Weißtannen

Die Bäume sind wichtig für den Waldumbau und gut fürs Klima – sogar bei Gesprächen mit dem Sachsenforst.

© Sächsischer Bergsteigerbund

Von Gunnar Klehm

Sächsische Schweiz. Tausende zog es am Wochenende dank des sonnigen Wetters raus in die Natur. Etwa 70 von ihnen waren dabei aber auch sehr produktiv. Im Großen Schaftwald im Bielatal pflanzten am Sonnabend 60 Bergsteiger, unterstützt von zwölf Schülern des Heidenauer Pestalozzi-Gymnasiums, 2 000 junge Weißtannen.

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Diese Aktion des Sächsischen Bergsteigerbundes (SBB) in Zusammenarbeit mit dem Forstbezirk Neustadt gibt es schon mehrere Jahre. „Wir sind ja alles Menschen, die gern etwas in der Natur machen wollen und sich für deren Erhalt einsetzen“, sagt Günter Priebst vom SBB. Er ist auch Leiter der Arbeitsgruppe Freischneiden im SBB. Solche Pflanzaktionen würden auch für Vertrauen in der Zusammenarbeit sorgen, erklärt der 74-Jährige. „An den Forst haben wir ja auch Wünsche.“ Das Klima in den Gesprächen habe sich wesentlich verbessert.

Klimaveränderungen in einem anderen Sinne sind auch der Grund, warum gerade Weißtannen gepflanzt werden. Die derzeit im Forstbezirk noch bestehenden reinen Fichtenwälder halten dem Klimawandel mit längeren Trockenperioden und höheren Temperaturen nicht so gut stand. Weißtannen und Laubbäume sind da robuster. Ziel ist ein gesunder Mischwald. Das ist auch das Anliegen des in dieser Woche laufenden Bergwaldprojektes, bei dem Freiwillige unabhängig vom Bergsteigerbund noch einmal rund 5 000 Bäume in der Sächsischen Schweiz pflanzen.

Damit die jungen Tannen im Bielatal auch überleben, werde es im Herbst eine weitere Aktion geben, teilt der SBB mit. Dann werden die Spitzen der Bäumchen mit einem Mittel eingestrichen, das den Rehen den Geschmack an Tannen verderben soll. Diese stehen weit oben auf deren Speisekarte. „Jetzt finden die Rehe auch andere Leckerbissen. Im Winter ändert sich das jedoch“, erklärt Günter Priebst.

Früher haben Weißtannen zu fast einem Drittel den Wald in der Region bestimmt. Im Mittelalter wurde dann aber begonnen, die sogenannten Brotbäume Fichte und Kiefer anzubauen, die unter anderem im Bergbau verwendet wurden und für höhere Umsätze in der Holzwirtschaft sorgten. Monokulturen entstanden.

„Sachsenforst und Bergsteigerbund verbindet eine langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit“, erklärt SBB-Geschäftsführer Christian Walter. Dazu zähle neben dem Freischneiden von Kletterzustiegen insbesondere das Projekt der Gipfelpatenschaften. Dabei kümmern sich einzelne Personen um den langfristigen, naturschonenden Erhalt der Klettermöglichkeiten im Wald. Derzeit gibt es solche Patenschaften für rund 90 Gipfel. Weitere Paten werden gesucht.

Nach vier Stunden waren am Sonnabend alle 2 000 Bäume in der Erde, ein kleiner Imbiss stärkte die Helfer. Auch im nächsten Jahr soll es wieder eine gemeinsame Pflanzaktion geben.