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Bergwandern auf Heidenaus steilstem Grenz-Weg

Der Maltegraben ist beliebt. Nur ein Hindernis gibt es. Das stört auch Dresden. Die erste Lösung scheiterte, es wird weiter gesucht.

Bergwandern in Heidenau: Wolfgang Leonhardt (l.) beim Anstieg vom Maltegraben zum Schwarzen Weg. Marcus Walther hat seinen Nachwuchs im Kinderwagen lieber zuhause gelassen.
Bergwandern in Heidenau: Wolfgang Leonhardt (l.) beim Anstieg vom Maltegraben zum Schwarzen Weg. Marcus Walther hat seinen Nachwuchs im Kinderwagen lieber zuhause gelassen. © Daniel Schäfer

Die Spazierrunde ist ideal für die Leonhardts. Von der Sporbitzer Straße in Heidenau über den Schwarzen Weg zur Schule in Dresden-Luga und zurück. Und nicht nur für die Leonhardts, auch viele andere laufen bzw. radeln hier – auch mit Hund oder Kinderwagen. Doch wer die Runde läuft, sollte auch einen steilen Anstieg schaffen, was mit Fahrrad schwer und mit Kinderwagen so gut wie unmöglich ist. Vater Marcus Walther stand schon manches Mal mit dem Kinderwagen vor der Frage: Umkehren, querfeldein oder sich den Hang hoch quälen.

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„Das geht aber auch anders“, sagen Walther und die Leonhardts und wandten sich unter anderem an den Heidenauer Stadtrat Michael Schürer (Heidenauer Bürgerinitiative). Ein paar Stufen oder eine Rampe und das Problem wäre gelöst, sind sich die drei einig. Doch so einfach ist es mal wieder nicht.

Zuständig ist die Landeshauptstadt Dresden. Im Rahmen der Beseitigung der Hochwasserschäden wurde der Maltegraben tiefer gelegt und bekam einen Weg. Das ist zwar weder ein Wander- noch ein öffentlicher Weg, sondern ein sogenannter Betriebs- oder Unterhaltungsweg, der aber für Anwohner und Spaziergänger freigegeben wurde. Mit der Konsequenz, dass er nicht durchgängig ist. Wer also vom Schwarzen Weg auf den Maltegraben abbiegen will, muss die Steigung meistern. „Der Wunsch der Anwohner nach einem durchgängig begehbaren Weg ist nachvollziehbar“, sagt Diana Petters vom Presseservice der Landeshauptstadt. Das lässt die Leonhardts aufhorchen. Es klingt zumindest nicht gleich wie eine Absage.

Rampe ist zu teuer

Dresden hatte zunächst eine Rampe erwogen. Das wäre zwar nicht ideal gewesen, aber immerhin ein befestigter Weg. Doch aufgrund des großen Höhenunterschiedes zwischen dem Maltegraben und dem Schwarzen Weg wäre die Rampe sehr teuer geworden.

Hinzu kommt, dass die Stadt Dresden nur in Dresden Flächen besitzt und dort auch nur den Damm des Weges. Für eine Querungsmöglichkeit müssten also sowohl Heidenauer als auch Dresdner Privatgrundstücke genutzt werden, was wiederum mit Versicherungs- und Verkehrssicherungsfragen verbunden ist. Dresden hat sich aus diesen Gründen von der Rampen-Lösung verabschiedet. Die Leonhardts und alle anderen Spaziergänger müssen immer noch den Abhang hoch- bzw. runterhangeln, wovon der Zaun schon Spuren trägt, oder eine viele größere Runde laufen. Doch es gibt noch eine Hoffnung. Dresden ist nämlich mit der bisherigen Lösung auch nicht glücklich und sucht weiter nach einer Querungsmöglichkeit für Fußgänger.

„Vielleicht jammern wir ja auf hohem Niveau“, sagen die Leonhardts. Trotzdem ist die Dresdner Ankündigung für sie, für Marcus Walter und auch Michael Schürer ein Lichtblick. „Ich werde da auf jeden Fall dranbleiben“, sagt Schürer.