merken

Berthold Brecht kommt in die Arena

Das Martin-Luther-Gymnasium führt die „Dreigroschenoper“ auf. Ein Jahr haben die Zehntklässler dafür geübt.

© Dietmar Thomas

Von Eric Mittmann

Hartha. Das Szenenbild steht. Die Bühne wurde bereits am Abend zuvor eingeleuchtet. Maske und Kostüme sind auch vorbereitet, fehlt es nur noch an den Figuren, um Berthold Brechts „Dreigroschenoper“ Leben einzuhauchen. Die dazu geeigneten Schauspieler wurden am Wochenende in der Hartharena ausgewählt.

Anzeige
Lebensgefühl abseits vom Großstadttrubel
Lebensgefühl abseits vom Großstadttrubel

Blogger aus dem UnbezahlbarLand: Warum sie anderen davon erzählen wollen, dass ihre Heimat einfach unbezahlbar ist.

Ein Jahr haben sich die Zehntklässler des Martin-Luther-Gymnasiums auf die Aufführung des Brechtchen Theaterstücks (Donnerstag, 18 Uhr in der Harthareana) vorbereitet. Das Projekt ist Teil des künstlerischen Profils, das die Schule seit 2010 anbietet. „Seit sechs Jahren ist es mittlerweile so, dass jeder Jahrgang ein Theaterstück aufführt“, erklärte Torsten Kittler, Lehrer am Martin-Luther-Gymnasium. Auch zwei eigene Werke seien seitdem entstanden.

Die Entscheidung für die „Dreigroschenoper“ haben dieses Jahr die Lehrer getroffen, sagte Paul Watzl, der im Stück den Gesang der Hauptfigur Mackie Messer übernimmt. Dafür lernte er extra, Ukulele zu spielen. „Ich mache allerdings auch in meiner Freizeit gern Musik und bin in der Schulband aktiv“, so Paul.

Ein Jahr hatten er und seine Mitschüler Zeit, sich die Texte anzueignen. Darüber hinaus bereiteten sie das Bühnenbild, Kostüme und Masken vor und sorgten für die passende Musik. Am Sonnabend fand nun die erste Probe zusammen mit allen Elementen statt. Für die Teilnehmer war es zudem eine Prüfungsleistung. „Es gibt eine Erst- und eine Zweitbesetzung. Beide werden das Stück heute einmal komplett spielen. Dann wird entschieden, wer am Donnerstag auftritt. Wer nicht spielt, bekommt heute bereits eine Note. Die anderen erhalten sie dann bei der Generalprobe“, erklärte Paul.

Dass nun an einem Wochenende geprobt wird, macht ihm nichts aus. „Verlorene Zeit ist es nie“, sagte er. Eine Karriere im Theater strebt Paul dennoch nicht an. Er möchte Deutschlehrer werden. „Die Musik werden ich jedoch auf jeden Fall als Hobby weitermachen.“

Auch Pia Rülke kann sich nur schwer eine Arbeit auf der Bühne vorstellen. „Wir haben alle zwei Aufgaben zugewiesen bekommen. Im Stück spiele ich eine der Huren, eine kleinere Rolle. Darüber hinaus war ich Teil der Mediengruppe. Wir haben Plakate gestaltet, ein Programmheft vorbereitet sowie auf Facebook und der Homepage des Theaters für die Veranstaltung geworben“, sagte Pia.

Neben den Schülern der zehnten Klassen sind auch die Schulband, die Technik AG sowie ehemalige Schüler des Gymnasiums am Theaterstück beteiligt. „Eigentlich haben wir in jedem Jahr nur eine Klasse für das künstlerische Profil. In diesem Jahr waren es stattdessen drei, was die Proben etwas schwieriger gestaltet“, sagte Lehrer Kittler. „Im nächsten Jahr werden es wieder weniger Schüler.“

Dann sollen laut Kittler auch die Profile umstrukturiert werden. Das Martin-Luther-Gymnasium wolle jedoch am künstlerischen Profil festhalten.

Donnerstag, 18 Uhr: Aufführung von Berthold Brechts „Die Dreigroschenoper“ durch das künstlerische Profil des Martin-Luther-Gymnasiums in der Hartharena.