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Beschwerden über vibrierende Erde

Die Wohnungsgenossenschaft Lößnitz erschließt ihre Baustelle für neue Wohnhäuser. Dabei kommt es zu unangenehmen Belastungen für die Nachbarn.

© Norbert Millauer

Von Peter Redlich

Radebeul. Technikvorstand Michael Zenker von der Wohnungsgenossenschaft Lößnitz hatte es beim Vorstellen des Bauvorhabens extra betont: „Wir werden die Nachbarn nicht mit Rammarbeiten auf der Baustelle stören.“ Jetzt meldeten sich Nachbarn bei der SZ – im Bauvorhaben zwischen Meißner Straße und Maxim-Gorki-Straße werden T-Träger in die Erde gebracht. „Dabei vibriert der Boden. Unsere Häuser wackeln. Wir machen uns große Sorgen“, fasst es einer der Anwohner zusammen.

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So soll das neue Wohngebiet zwischen Meißner Straße und Maxim-Gorki-Straße in zwei Jahren aussehen.
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Auf Nachfrage bei der WG Lößnitz sagte Technikvorstand Zenker: „Die Baufirma führt auch wirklich keine Rammarbeiten durch. Allerdings werden die T-Träger mit einer Vibrationstechnik in die Erde gebracht.“ Die Vibrationen seien oft gar nicht am Ort des Entstehens so stark, sondern erst in einiger Entfernung von 50 bis 100 Metern, so Zenker. Mit einem Erdbohrer werden Löcher eingebracht. Die letzten drei Meter werde vibriert und gerüttelt.

Zenker sagt, dass bereits vor den Arbeiten mit den Nachbarn ein Beweissicherungsverfahren durchgeführt wurde. Dabei seien Akten und Fotos über den Zustand vor den Bauarbeiten angelegt worden, um anschließend belegen zu können, dass mögliche Schäden aufgetreten sind. Dies werde jetzt bei einem Nachbargebäude noch nachgeholt, sagt der WG-Vorstand.

Außerdem habe Zenker mit der Baufirma gesprochen. Es solle nun versucht werden, die weiteren T-Träger zur Sicherung der Baugrube nicht vibrierend die letzten drei Meter in die Erde zu bringen, sondern mittels Wasserdruck und einem Einschwemmverfahren.

59 Wohnungen werden in dem Dreieck zwischen der Meißner Straße und Maxim-Gorki-Straße gebaut. Vorgesehen ist, hier sechs Mehrfamilienhäuser zu errichten. Zwei davon direkt an der Meißner Straße, drei weitere dahinter und eins an der Maxim-Gorki-Straße. Es sollen Zwei-, Drei- und Vierraumwohnungen sein, sagt Michael Zenker. Mitte 2020 könnte Bezug sein, so das Ziel.