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Besondere Hausgemeinschaften

Wohngemeinschaften hatten nicht nur zu Jugend- und Studentenzeiten ihre Vorteile – auch im Alter lässt sich davon noch profitieren. 

In einer Wohngemeinschaft muss niemand allein essen und kochen.
In einer Wohngemeinschaft muss niemand allein essen und kochen. © dpa (Symbolfoto)

Zusammen ist man weniger allein: Besonders im Alter ist es besser, Menschen um sich herum zu haben, um nicht zu vereinsamen. Meist ist man nicht mehr gut mobil – und verbringt folglich den Großteil des Tages zu Hause. Der Kontakt zu anderen Menschen begrenzt sich immer mehr auf die gelegentlichen Besuche von Familie und Verwandten sowie möglicherweise auf die Visiten des ambulanten Pflegedienstes. Doch dem lässt sich Abhilfe schaffen: Pflege-Wohngemeinschaften sind in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden. Die Pflege-WGs ähneln im Prinzip tatsächlich den Wohngemeinschaften aus Studenten- und Jugendzeiten: Mehrere, in etwa gleichalte Personen finden sich zusammen und leben gemeinsam in einer Wohnung. Jeder hat zwar sein eigenes Zimmer, in das man sich zurückziehen kann. Doch auch, wer Gemeinschaft sucht, mit jemandem plaudern oder sich ums Essen kümmern möchte, der ist in einer WG nicht allein. Auch in Notsituationen ist Hilfe nicht weit. Diese Vorteile haben auch Vereine für sich entdeckt, die sich explizit für das Zusammenleben älterer Menschen einsetzen, etwa der AWIG in Dresden. AWIG heißt dabei: „Alt werden in Gemeinschaft“. In den bisher entstandenen AWIG-Haus- und Wohngemeinschaften haben etwa 70 vorwiegend ältere Menschen ein Zuhause gefunden, wobei hier jeder Bewohner noch seine eigene Wohnung hat und im Haus einen Gemeinschaftsraum nutzen kann.

Pflegekassen unterstützen das Zusammenleben

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Auch die Pflegekassen beteiligen sich an gemeinschaftlichen Wohnformen – sie unterstützen die WGs mit zusätzlichen Leistungen. Jeder Pflegebedürftige, der sich an der Gründung einer Pflege-WG beteiligt, kann bei seiner Pflegekasse einmalig eine Förderung von bis zu 2.500 Euro beantragen. Die Gesamtförderung je Wohngemeinschaft ist allerdings auf 10.000 Euro begrenzt. Gedacht ist das Geld für den seniorengerechten beziehungsweise barrierefreien Umbau der Wohnräume. Nicht eingesetzt werden darf es dagegen für die Bezahlung von Betreuungspersonal. Des Weiteren gelten zusätzliche Voraussetzungen: Die Zusatzleistung gibt es nur für die Gründung einer WG. Wer bereits in einer Gemeinschaft lebt, der erhält diese Finanzierung nicht. In der WG müssen regelmäßig mindestens drei pflegebedürftige Personen leben. Die Förderung ist begrenzt, der Zeitraum endet spätestens am 31. Dezember diesen Jahres. Sind die vom Bund vorgegebenen 30 Millionen Euro früher vergeben, ist Schluss. Damit aber noch nicht genug: Zusätzlich zu dieser Anschubfinanzierung stehen jedem Pflegebedürftigen ohnehin noch bis zu 4.000 Euro für Umbaumaßnahmen in der Wohnung zur Verfügung. Maximal vier Bewohner können so bis zu 16.000 Euro für eine Wohnung beantragen. Nicht zuletzt haben Mieter einer Wohngemeinschaft noch das Recht auf eine monatliche Pauschale von 205 Euro für die Aufwendungen der Pflegekräfte. Auch hier gilt: Es müssen mindestens drei pflegebedürftige Personen zusammen wohnen und es muss mindestens eine Pflegekraft als Präsenzkraft tätig sein. (SZ/Sylvia Miskowiec)