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Besser einkaufen auf dem Lande

Der Laden in Ruppendorfs Alter Schule hat sich bewährt. Weitere sollen folgen. Nicht die einzige Idee für Klingenberg.

© Egbert Kamprath

Von Anja Ehrhartsmann

Ruppendorf. Angelika Scholtyssek holt die duftenden Brötchen aus dem Ofen. Diese verkauft die Inhaberin des Landmarkts Alte Schule an ihrer Backtheke, frisch belegt oder einfach so. Seit fünf Jahren ist sie mit dem Lebensmittelmarkt im alten Schulgebäude, das zentral in der Ruppendorfer Ortsmitte liegt. Im Obergeschoss hat eine Physiotherapeutin ihre Praxis. Zum Landmarkt im Erdgeschoss gehört auch das Schulcafé, dort können die Ruppendorfer nach dem Einkaufen ein Tässchen Kaffee genießen. Die Umnutzung des alten Gebäudes geht auf ein Entwicklungskonzept zurück, das damals für Ruppendorf und Beerwalde erarbeitet wurde. Dieses Jahr soll die Agentur für nachhaltige Projekte ein solches Konzept für die gesamte Gemeinde Klingenberg erstellen. Gleich zu Beginn können sich nun die Bürger beteiligen. Dazu fand am Montag eine Versammlung in Höckendorf statt. Welche thematischen Schwerpunkte dabei gesetzt wurden, zeigt der SZ-Überblick.

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Angelika Scholtyssek fühlt sich wohl in dem sanierten Gebäude. © Egbert Kamprath

Wirtschaft und Tourismus

„Es gibt viele gut situierte Unternehmen im Gemeindegebiet“, sagt Sabine Fischer von der Agentur für nachhaltige Projekte. Im Handels- und Gewerbeverein Höckendorf sind einige dieser Betriebe und Handwerker vertreten. Um zu erfahren, wie die Rahmenbedingungen sind, wolle sie mit dem Verein und einzelnen Unternehmen in Kontakt treten. Auch der Tourismusbereich soll als Teil des wirtschaftlichen Standbeins der Gemeinde genauer betrachtet werden. Dabei geht es auch um die Fragen, welche neuen Angebote es gibt, wie Bestehendes besser vermarktet werden kann und was es auch über die Gemeindegrenze hinaus gibt. Als Beispiel nannte sie den Geopark in Dorfhain.

Lob und Kritik aus Sicht der Bürger (Auswahl)

Höckendorf/Edle Krone: Busverbindungen am Wochenende sind verbesserungswürdig, an Haltestellen fehlt eine Überdachung. Positiv sind der Tiergarten, Gasthof, Marktplatz und Einkaufsmöglichkeiten.

Borlas: Die Einwohner halten zusammen, die Jugend ist engagiert. Es fehlt aber ein Stellplatz für Händler. Kritikpunkt ist auch der Straßenabschnitt am Spielplatz.

Obercunnersdorf: Busverbindungen sind ausbaufähig, viele wünschen sich den Umbau des Gasthofs zum Vereinshaus, außerdem fehlt ein Festplatz. Gelobt werden das gute Miteinander und das Vereinsleben.

Beerwalde: Als positiv werden der Zusammenhalt, das Vereinsleben und die vielen Veranstaltungen gewertet. Allerdings ist die Straßenbeleuchtung veraltet, bei Fußwegen und Straßenrandbefestigungen gibt es Mängel.

Ruppendorf/Paulshain: Es fehlen Parkplätze im Ortszentrum und ein zentraler Treffpunkt. Das Vereinsleben ist gut, ebenso die Einkaufsmöglichkeiten.

Colmnitz: Die Nahversorgung muss verbessert werden, außerdem ist das Wohnungsangebot mangelhaft. Vereinsleben, Ortschaftsrat, Stracos Erlebniswelt und das Weidegut sind ein Plus.

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Leben und Wohnen

Wie kann Wohnraum in der Gemeinde so attraktiv gemacht werden, dass Kinder und Enkelkinder im Ort bleiben? Auch damit wird sich das Konzept befassen. Dazu möchte Sabine Fischer die privaten Leerstände in den Ortsteilen erfassen und dabei helfen, wieder eine Nutzung für die Gebäude zu finden.

Bildung für Jung und Alt

Bildung ist in der Gemeinde ein bedeutender Faktor. Es gibt die Oberschule Klingenberg, die nicht nur für den Ort selbst, sondern auch für das Umland wichtig ist. Der Schulstandort ist für die kommenden Jahre gesichert, ebenso die Grundschulen. Genauer betrachten will Sabine Fischer, wie es um Bildungsangebote für Senioren und andere Erwachsene steht .

Landschaft und Energie

Zuzug ist für Klingenberg wichtig und deshalb stellt sich die Frage, wie sich die Gemeinde noch attraktiver aufstellen kann. Dabei spielt der Umgang mit Energie, aber auch die vielfältige Ausgestaltung von Natur und Landschaft eine Rolle. Zum Beispiel möchte Sabine Fischer mit den Agrargenossenschaften sprechen.

Einkaufen und Infrastruktur

Darunter fällt all das, was das Leben ausmacht: Einkaufsmöglichkeiten, Betreuung für Kinder und Senioren, Einzelhandel, Dienstleister, Barrierefreiheit an Haltestellen. Gemeinsam mit Petra Richter vom Begegnungszentrum Hilda in Colmnitz, die sich mit dem Projekt „Mobiles Klingenberg“ beschäftigt, will sich Sabine Fischer die Gegebenheiten in jedem Ortsteil anschauen.

Anregungen an Sabine Fischer, Mail oder Tel. 035203 2323 oder an die Gemeinde. Infos auch im Internet.

Bürgerversammlung im Kulturhaus Pretzschendorf, 5. März, 18 Uhr.