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Besser radeln in Freital

Rote Farbe, gestrichelte Linien und Lückenschlüsse – die Stadt will in den kommenden Wochen viel für Radfahrer tun.

© Karl-Ludwig Oberthür

Von Tobias Winzer

Freital. Das Radfahren in Freital soll deutlich sicherer und komfortabler werden. Nachdem die Stadt in den vergangenen Jahren stets hintere Plätze bei einem Radwege-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) belegt hat, will das Rathaus nun etwas für Radler tun – vor allem an den Hauptverkehrsstraßen und einem wichtigen Radwanderweg.

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Die Markierung der Poisentalstraße hat in dieser Woche begonnen.
Die Markierung der Poisentalstraße hat in dieser Woche begonnen. © Verena Schulenburg

Plan 1: Frische, rote Farbe für Radweg an der Umgehungsstraße
Weil ein Radweg an der Dresdner Straße nur schwer umsetzbar ist, will die Stadt schon seit längerem die Alternativen für Radfahrer sicherer machen. Deswegen rückt die Stadt nun im September und Oktober an der Umgehungsstraße mit roter Farbe an. Das Problem bislang: An der Trasse gibt es zwar einen fast durchgehenden, geteilte Rad- und Fußweg, jedoch sind vor allem die Übergänge über ein- und abbiegende Straße für Radler gefährlich. Die Gefahr ist groß, dass sie von Autofahrern übersehen werden.

Deswegen sollen diese Straßen nun rot markiert werden. Das Signal an den Autofahrer: Achtung, hier führt ein Radweg über die Straße. An insgesamt 25 Stellen ist das laut Stadt geplant, unter anderem an der Ecke Carl-Thieme Straße/Lutherstraße oder an der Einfahrt zum Toom-Baumarkt an der Hüttenstraße.

Plan 2: Poisentalstraße bekommt Radstreifen
In dieser Woche begonnen haben die Markierungsarbeiten für einen Radstreifen auf der Poisentalstraße. Bei dem Radstreifen handelt es sich um einen sogenannten Schutzstreifen. Das heißt, die Radfahrer können auf der Straße fahren – durch eine gestrichelte Linie getrennt von den Autofahrern. Befindet sich kein Radler auf der Straße, kann die gestrichelte Linie auch von den Autofahrern überfahren werden. Vorgesehen ist, dass die neue Markierung zwischen dem Sachsenplatz und der Einmündung Heilborngraben aufgebracht wird. Dort beginnt das Stück Poisentalstraße, das bis zum vergangenen Jahr saniert worden war. Dort gibt es bereits einen Radstreifen, der sich bis zum Freitaler Ortsausgangsschild zieht. Beidseitig ist die Markierung der Schutzstreifen zwischen Sachsenplatz und Schillerstraße möglich. Im restlichen Abschnitt kann die Markierung stadteinwärts durchgängig aufgetragen werden. Stadtauswärts müssen Radfahrer ab Hexenberg auf den vorhandenen gemeinsamen Geh- und Radweg ausweichen. Für einen Radstreifen auf der Straße reicht die Straßenbreite dort nicht aus.

Plan 3: Lückenschlüsse auf dem Weißeritztalradweg
Der Weißeritztalradweg, der von Potschappel nach Hainsberg teils auf separaten Radwegen führt, ist der wichtigste Radwanderweg in Freital. Nun sollen zwei Lücken in dem Weg geschlossen werden.

Das betrifft zum einen den Anschluss an den im vergangenen Jahr festiggestellten Radweg zwischen Freital und Tharandt in Hainsberg. Dort soll künftig eine Rotmarkierung die Radfahrer entlang der Tharandter Straße über die Somsdorfer Straße führen. Außerdem will die Stadt weiterhin die Lücke in der Nähe des Restaurants Goldener Löwe schließen. Radfahrer müssen dort derzeit noch auf die Dresdner Straße ausweichen. Es habe zwar Verhandlungen mit dem Grundstückseigentümer gegeben. Bis dato sei jedoch keine Einigung erzielt worden, heißt es aus dem Rathaus.

Plan 4: Radstreifen für die Rabenauer Straße
Die Stadt Freital will die Rabenauer Straße im Abschnitt zwischen Hainsberger Straße und Ortsausgang sanieren. Dabei soll auch an die Radfahrer gedacht werden. Vorgesehen ist, dass auf der gesamten Länge ein Radstreifen markiert wird. Die bereits vorhandenen Radstreifen im Abschnitt zwischen Dresdner Straße und Hainsberger Straße sollen bleiben.

Allerdings ist momentan noch unklar, wann die Bauarbeiten an der Rabenauer Straße beginnen sollen. Ursprünglich war ein Baustart im Herbst dieses Jahres vorgesehen, doch die Stadt wartet noch immer auf die Fördermittelzusage vom Land.

Plan 5: Dresdner Straße soll sicherer für Radler werden
Mit Markierungen auf der Dresdner Straße sollen Radler dort künftig sicherer unterwegs sein. Das ist das Ergebnis einer kürzlich vorgelegten Studie eines Planungsbüros. In Fahrtrichtung Tharandt soll ein sogenannter Schutzstreifen markiert werden. Weil die Straße an manchen Stellen recht eng ist, kann dieser allerdings nicht durchgängig entstehen. In Fahrtrichtung Dresden schlägt das Planungsbüro vor, Rad-Piktogramme auf den Asphalt zu bringen. Diese signalisieren den Autofahrern, dass sie ihre Fahrbahn mit Radfahrern teilen müssen und ermuntern zu erhöhter Aufmerksamkeit. In Städten, wie Frankfurt/Main, Wien und Leipzig habe man gute Erfahrungen damit gemacht.

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Ein schneller Start der Markierungsarbeiten ist jedoch nicht absehbar. Es sei geplant, das Radwegkonzept Dresdner Straße schrittweise umzusetzen, heißt es aus dem Rathaus. Dazu werde es im Rahmen der Haushaltplanung für das Jahr 2019 einen Maßnahmekatalog geben. Dieser wird von der Stadtverwaltung erarbeitet und mit den Stadträten abgestimmt. Das heißt, die Arbeiten könnten frühestens im kommenden Jahr beginnen. Ausnahme ist die Markierung in Hainsberg. Bis zu den Straßenbauarbeiten im vergangenen Jahr gab es dort schon einen Schutzstreifen für Radfahrer. Dieser wurde nun bereits wieder aufgetragen.