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Dresden

Besser schlafen dank App

Schlafstörungen betreffen viele Menschen. Forscher der TU Dresden haben dafür eine Lösung entwickelt. 

Die Zeit rinnt dahin, aber an Schlaf ist nicht zu denken. Fast 80 Prozent der Arbeitnehmer kennen solche durchwachten Nächte. Wer regelmäßig betroffen ist, kann jetzt dagegen trainieren.
Die Zeit rinnt dahin, aber an Schlaf ist nicht zu denken. Fast 80 Prozent der Arbeitnehmer kennen solche durchwachten Nächte. Wer regelmäßig betroffen ist, kann jetzt dagegen trainieren. © 123rf

Der Blick auf den Wecker: Es ist erst drei Uhr nachts. Doch an Schlaf ist nicht zu denken. Die Gedanken kreisen, der Körper ist alles andere als müde. Solche Nächte kennen viele. Die Folgen merken Betroffene am nächsten Tag. Eine große Müdigkeit, wenig Antrieb, Reizbarkeit und Niedergeschlagenheit bestimmen ihn in vielen Fällen. Wer Schlaflosigkeit öfter erlebt, hat ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Übergewicht und sogar der Alterungsprozess kann beschleunigt werden. Zwei Drittel der Deutschen haben zumindest ab und an Probleme beim Ein- oder Durchschlafen, unter Arbeitnehmern sogar bis zu 80 Prozent. An der TU Dresden wurde jetzt eine Schlaf-Trainings-App entwickelt, mit der Schlafprobleme in den Griff zu kriegen sind. Dafür suchen die Wissenschaftler nun Freiwillige, die das neue Programm in den nächsten Monaten testen sollen.

Das neue app-basierte Kurztraining „Refresh“ entstand am Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie der TU Dresden unter der Leitung von Ina Beintner. Die Forscher arbeiteten in dem Projekt mit der Stanford School of Medicine in den USA zusammen. Sie orientierten sich bei ihrer Arbeit an den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin zur Behandlung von Schlafstörungen. „In einer Pilotstudie hatte sich insbesondere bei Teilnehmern mit auffälligem Schlafverhalten die Schlafqualität nach drei Monaten verbessert“, resümiert Ina Beintner die Effektivität der Therapie. Qualitätsvoller Schlaf sieht dabei allerdings individuell verschieden aus. „Ein gesunder Schlaf ist dadurch gekennzeichnet, dass Menschen in einer für sie annehmbaren Zeit einschlafen, nicht nachts wach liegen und morgens ausgeschlafen erwachen.“

Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint

Für Hautbedürfnisse gilt dasselbe wie für Beziehungen oder Arbeitssituationen: Die richtige Balance sorgt für langfristiges Wohlbefinden. Charlotte Meentzen hat schon damals verstanden, dass schöne Haut am erfolgreichsten zusammen mit dem Geist gepflegt wird.

Das aktive Schlaftraining besteht zunächst darin, die Zeit im Bett zu begrenzen. „Was im ersten Moment paradox klingt, hilft Betroffenen dabei, den Schlafdruck des Körpers zu erhöhen und das Ein- und Durchschlafen zu erleichtern“, erklärt die promovierte Wissenschaftlerin. Die Teilnehmer erlernen außerdem Strategien, wie sie mit Sorgen um zu wenig Schlaf umgehen können, ebenso wie Informationen zur Gestaltung der Schlafumgebung, des Tagesablaufs und zum Umgang mit schlafstörenden Faktoren wie abendlichem Grübeln und Sorgen, die den Schlaf rauben.

Dieses Wissen über gesunden Schlaf vermitteln acht Sitzungen, die je zehn Minuten beanspruchen und sich auf acht Wochen verteilen. Teilnehmer können sie ganz einfach auf ihrem Handy erledigen. Hausaufgaben übertragen die Lektionen auf die persönliche Situation. Daneben führen Teilnehmer ein Schlaftagebuch, um die Gründe ihres Schlafmangels zu analysieren und angewandte Strategien zu bewerten. Praktische Tipps helfen, einen regelmäßigen Schlaf-Zeitplan einzuhalten – etwa Morgenrituale, die zum Aufstehen motivieren, Achtsamkeitsübungen oder produktive „Sorgenzeiten“ zum systematischen Grübeln am Tag.

In der neuen Studie wird nun geprüft, wie sehr sich die Schlafqualität durch die Teilnahme verbessert. Durch eine Vergleichsgruppe ohne Zugang zur App kontrollieren die Forscher die Effektivität des Tools. Um zu prüfen, ob die Effekte nachhaltig sind, werden die Teilnehmer nach sechs Monaten nochmals befragt. Das Training ist kostenlos und anonym.