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Bessere Behandlung für MS-Patienten

Multiple-Sklerose-Erkrankten wird im neuen Infusionszentrum nun deutlich schneller geholfen.

© Sven Ellger

Von Juliane Richter

Benjamin Langer hatte von einem auf den anderen Tag Probleme mit dem Gehen. Erst dachten die Ärzte an einen Bandscheibenvorfall. Nach vielen Tests in verschiedenen Kliniken stand die Diagnose Multiple Sklerose (MS). Die Erkrankung des zentralen Nervensystems tritt am häufigsten bei Personen zwischen 25 und 40 Jahren auf. Und verläuft mehrheitlich in Schüben.

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Der Chemnitzer hat die seltenere Form der MS, die schleichend verläuft. Am Dresdner Uniklinikum hat er mit Professor Tjalf Ziemssen einen national anerkannten Experten als behandelnden Arzt gefunden. Der hat ihn für eine Studie vorgeschlagen, sodass Langer bereits vor einem Jahr ein neues Infusionsmedikament erhalten hat, das erst seit kurzem offiziell auf dem Markt ist. Die Infusion bekommt er zweimal jährlich und dauert etwa viereinhalb Stunden.

Weil während der Infusion Komplikationen bis hin zum Herzstillstand auftreten können, muss sie unter medizinischer Aufsicht erfolgen. Bisher musste sich der 29-Jährige dazu stationär am Uniklinikum einweisen lassen – ein Aufenthalt von zwei bis drei Tagen. „Wenn Notfälle kommen, wird man nach hinten geschoben. Hinzu kommen mehrere Tests“, sagt er.

Laut Professor Ziemssen wollten viele Krankenkassen die Behandlung auf Station nicht mehr bezahlen. Seit drei Jahren hat er deshalb angeregt, ein eigenes Infusionszentrum zu schaffen. Nach einer kleinen Testphase wurde es gestern offiziell in Betrieb genommen. Es ist das Erste seiner Art in Sachsen. Auf zwölf bequemen Liegen in einem hellen Raum nehmen die Patienten Platz. Manche bis zu acht Stunden lang. „Es haben sich schon richtige kleine Gruppen gebildet, die immer zusammen die Termine haben wollen“, freut sich Ziemssen.

Zwischen 200 000 und 300 000 Euro hat das Uniklinikum in den Um- und Ausbau der früheren Büroräume investiert. Damit können nun bis zu 100 Patienten pro Woche versorgt werden, darunter auch Personen mit anderen Nervenerkrankungen. Das Personal wurde speziell geschult, denn jede Infusion muss anders betreut werden.

Bei Benjamin Langer muss Krankenschwester Anke Schmidt die Infusionsgeschwindigkeit zum Beispiel alle 20 Minuten steigern. Wenn er sich gut fühlt, kann er direkt nach der Infusion zu Frau und Kind nach Hause fahren. Das Ziel seiner Behandlung ist, seinen Gesundheitszustand zu halten. Und er selbst wünscht sich, mit seinem jetzt zweijährigen Sohn im Teenageralter noch Fußball spielen zu können.

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