Merken

Bessere Sprachausbildung für Flüchtlinge gefordert

Geht es um Ausbildung und Arbeit, sind Asylbewerber sehr motiviert. Doch das reicht nicht.

Teilen
Folgen
© dpa

Von Christoph Springer

In Dresden leben zurzeit reichlich 8 500 Menschen, die aus ihren Heimatländern geflohen sind und in Deutschland Asyl beantragt haben. Rund 700 sind in Lohn und Brot. Sie arbeiten vor allem im Gastgewerbe, sagt Jan Pratzka, Geschäftsführer des Jobcenters. Seine Einrichtung versucht, allen anerkannten Flüchtlingen Arbeitsgelegenheiten zu vermitteln. Etwa 4 000 „erwerbsfähige leistungsberechtigte“ Flüchtlinge und Asylbewerber waren im Mai 2017 in der Statistik seiner Dienststelle erfasst, über 100 Prozent mehr als Ende Mai 2016. Der deutliche Anstieg ist Ergebnis der schnelleren Arbeit im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, sagt Pratzka.

Das Jobcenter hat die Aufgabe, die Neuankömmlinge an Arbeitgeber oder Ausbildungsbetriebe zu vermitteln. Dabei stoßen seine Kollegen immer wieder an Grenzen. Es hapert vor allem bei der Sprache. Nicht Alltagsgespräche sind ein Problem der neuen Dresdner, bei Fachbegriffen in Ausbildung und Arbeit kommen sie schnell nicht mehr mit. „Es besteht ein Qualitätsproblem im Bereich der Sprach- und Wissensvermittlung“, hat deshalb ein Dresdner Lenkungsausschuss festgestellt, zu dem auch Pratzka gehört.

Dieses Gremium hat Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) im Herbst 2015 gegründet. Es soll Probleme bei der Integration von Ausländern in Ausbildung und Arbeit ausmachen und aus dem Weg räumen.

Thomas Wünsche, Chef der Arbeitsagentur, stellte fest, das Potenzial der Menschen, die an Arbeitgeber vermittelt werden können, sei durch die Flüchtlinge größer geworden. „Dieser Personenkreis ist eine Chance.“ Bei seinem positiven Urteil weiß er sich mit den Vertretern der Institutionen einig, die im „Lenkungsausschuss Integration in Arbeit und Ausbildung“ vertreten sind. Dazu gehören neben dem Jobcenter und der Arbeitsagentur unter anderem auch die Handwerkskammer und die Industrie- und Handelskammer (IHK).

Die Erfahrungen der Ausbilder und Arbeitgeber ähneln sich. „Die Motivation ist hoch, aber das kann schnell kippen, wenn ein Azubi im zweiten Lehrjahr merkt, dass er nicht mehr mitkommt“, sagt Thomas Götze von der Handwerkskammer. Dann sei oft die Fachsprache das Problem. Sprachausbildung und Fachausbildung müssen besser verzahnt werden, hat der Lenkungsausschuss daraus abgeleitet.

Alle Thesen des Lenkungsausschusses