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Besserer Nahverkehr gefordert

Die Verbesserungen bei der neuen Linie 73 gehen manchen Politikern nicht weit genug.

Von Sarah Herrmann

Wie die SZ am Freitag berichtete, gibt es nun neue Pläne für die Quartierlinie 73, die testweise zwischen Wilder Mann und S-Bahn-Haltepunkt Pieschen fährt. Sie soll künftig sonntags nur noch als Anruflinientaxi fahren, ihr Takt wird an den der S-Bahn angepasst und die Fahrzeuge sollen bald auch das Ärztehaus Mickten auf der Wurzener Straße ansteuern. Viele der Ideen kamen aus der Pieschener Politik. Dort gibt es Freude über die Neuerungen, aber auch Forderungen nach mehr.

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Mehr Busse am Stadtrand nötig

„Ich freue mich, dass die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) unsere Vorschläge jetzt endlich aufgegriffen haben. Mit der Verlängerung zur Wurzener Straße wird der Weg zum Ärztehaus Mickten vor allem für viele ältere Menschen deutlich einfacher“, sagt Ortsbeirat Stefan Engel (SPD). „Ich bin hoffnungsvoll, dass die Fahrgastzahlen der neuen Linie durch diese Maßnahmen auch weiter steigen werden.“ Nur dann ist aus Sicht der DVB ein dauerhafter Betrieb der Verbindung überhaupt sinnvoll. „Der Stadtrat sollte zeitnah ein Zeichen setzen und die Linie 73 als unbefristeten Dauerbetrieb fortführen. Nur ein verlässlicher Nahverkehr bewegt die Menschen, das Auto auch dauerhaft stehen zu lassen“, sagt Engel. Perspektivisch will der Politiker allerdings noch mehr.

„Eine Zusammenfassung der Linie 73 mit der 79 zwischen Mickten und Übigau sowie der 92 zwischen Ockerwitz und Cotta würde noch einiges an Potenzial erschließen. Anstelle vieler Inselbetriebe gäbe es dann erstmals eine direkte Querverbindung von Pieschen nach Cotta und Leutewitz“, schlägt er vor. Allerdings müsste dafür die Döbelner Straße ausgebaut werden. „Dieses Ziel ist natürlich erst mittel- bis langfristig zu erreichen, aber wir werden es im Blick behalten.“

Der Pieschener Stadtrat Veit Böhm (CDU) ist ebenfalls an einer besseren Anbindung des Stadtrands gelegen. „Ich sehe Nachholbedarf bei der ÖPNV-Anbindung von zu Dresden gehörenden Ortschaften und Gemeinden. Dort geben häufig die Taktzeiten Anlass für Bürgerbeschwerden“, sagt er. Die Stadt müsse die Zuschüsse für die DVB erhöhen, damit diese nicht immer auf die Auslastung schauen müssen . So könnten Linien wie die 73 dauerhaft betrieben werden – auch wenn die Nachfrage nicht ganz so hoch ist.

Bisher waren an Werktagen im Schnitt 220 Fahrgäste mit dem Quartierbus unterwegs. An den Wochenenden ist die Auslastung allerdings deutlich geringer. Für ein halbes Jahr Betrieb müssen die DVB rund 130 000 Euro investieren.