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Bestattungswald ist vom Tisch

Die Gemeinde Haselbachtal hat die von ihr selbst angeregte Zweckvereinbarung abgelehnt. Die Initiativgruppe um Marion Junge zeigt sich „schockiert“.

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© Sebastian Willnow

Kamenz. Es wird keinen Bestattungswald im städtischen Forst geben. Überraschend hat der Rat der Gemeinde Haselbachtal am Donnerstagabend die Zweckvereinbarung mit Kamenz mit großer Mehrheit abgelehnt. Die Stadt wollte auf eigenen Waldflächen, die auf Reichenauer Flur liegen, für mindestens 99 Jahre diese alternative Naturbestattung über einen auszuschreibenden Pächter anbieten. Eine Initiativgruppe um die Landtagsabgeordnete Marion Junge (Partei Die Linke) hatte vor fast drei Jahren mehr als 900 Unterschriften für das Projekt gesammelt, das danach vom Kamenzer Stadtrat auf den Weg gebracht worden ist.

Allerdings hatten sich in Stadtnähe selbst keine geeigneten Waldflächen gefunden. Damit war eine Kooperation mit dem Haselbachtal unumgänglich geworden. Die Gemeinde hatte die Bedingungen für ihre Zustimmung zuletzt selbst diktiert. Sie liefen auf das Abtreten sämtlicher Risiken einer solchen Nutzung durch die Übernahme der Trägerschaft über den Bestattungswald durch die Stadt Kamenz hinaus. Offenbar ist die Ablehnung der Gemeinderäte nur mit grundsätzlichen Zweifeln am Sinn dieses Bestattungsmodells zu erklären. Diese gab es auch im Kamenzer Stadtrat, wo die Zweckvereinbarung am Mittwoch nur eine knappe Mehrheit gefunden hatte.

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Marion Junge: „Ich bin schockiert, dass zwölf Gemeinderäte die dreijährige Arbeit der Stadt zunichtemachen.“ Und dies, obwohl die Stadt sämtliche damit anfallenden Verwaltungsaufgaben selbst übernommen hätte, so Junge. „Wir als Waldeigentümer werden von der Gemeinde in unseren Nutzungsrechten ausgebremst – und dies auch zum wirtschaftlichen Nachteil für die Stadt.“ Junge bedankt sich bei allen Unterstützern des Projektes. Sie hoffe, dass nun andere Gemeinden Initiativen für kommunale Bestattungswälder ergreifen. (szo)