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Bestnoten für den Nachwuchs

31 Lehrlinge aus dem Landwirtschaftsbereich bekamen jetzt in Panschwitz-Kuckau ihre Facharbeiterzeugnisse. Die jungen Leute werden für den Generationswechsel gebraucht.

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© Manuela Paul

Von Manuela Paul

Panschwitz-Kuckau. Endlich geschafft: Nach dreijähriger Ausbildung erhielten am Freitagnachmittag in Panschwitz-Kuckau 31 junge Frauen und Männer von 21 Landwirtschaftsbetrieben des Kreises ihre Facharbeiterzeugnisse. 23 von ihnen als Landwirte und sieben als Tierwirte. Zwei weitere Azubis bekamen ihre Zeugnisse als Landwirtschaftswerker.

Vier der frischgebackenen Jungfacharbeiter schlossen ihre Ausbildung mit Bestnote Eins ab. Darunter mit Linda Hoffmann auch eine junge Frau. Bester des Ausbildungsjahrgangs im Landkreis wurde Benjamin Fürtig von der Agrargenossenschaft Gnaschwitz mit einem Durchschnitt von 1,39. Das beste Zeugnis bei den Tierwirten schaffte mit einer Note von 1,85 Toni Skoda von der Radiborer Agrar GmbH.

Rasante Entwicklung in der Landwirtschaft

Grund genug, um zu feiern, aber auch um einen Blick in die Zukunft zu wagen. Das Lernen sei mit dem Abschluss der Berufsausbildung keinesfalls vorbei, betonte nicht nur Landrat Harig, der als Festredner geladen war, sondern auch der Vorsitzende des Regionalbauernverbandes Bautzen-Kamenz, Stefan Triebs. Der Chef der Agrar GmbH in Saritsch erhielt vor 28 Jahren selbst sein Facharbeiterzeugnis. Seitdem habe die Landwirtschaft eine rasante Entwicklung genommen, so der Landwirt. Besonders auf dem Gebiet der Technik. Der Mähdrescher, an dem er seinerzeit ausgebildet wurde, hieß Fortschritt E 512 und habe eine Schneidwerksbreite von 4,5 Metern gehabt und am Tag zehn Hektar abernten können, erzählte Stefan Triebs den frischgebackenen Facharbeitern. „Heute gibt es in unserem Betrieb einen Claas Lexikon 770 TT mit einer Schneidwerksbreite von zwölf Metern und einer Tagesleistung von 50 bis 60 Hektar.“ Diese Maschine habe auch sein Lehrling Dominic Schiebschick schon kennengerlernt, verriet der Landwirt. Denn Stefan Triebs war nicht nur als Bauernverbandsvorsitzender zur Freisprechung gekommen, sondern auch als Ausbilder. Dass sein Azubi Dominic zu den vier Jahrgangsbesten gehörte, machte den Unternehmer natürlich besonders stolz. Schließlich seien fachlich gut ausgebildete Mitarbeiter die wichtigste Voraussetzung, um gute Arbeit leisten zu können. Vielleicht, so Triebs, ist der Facharbeiterbrief für manchen noch nicht das Ende der beruflichen Entwicklung. So wie beispielsweise für Linda Hoffmann. Die junge Dresdnerin absolviert ein Bachelor-Studium in Agrarwirtschaft. Im Rahmen eines Modellprojektes erwarb sie nebenher den Berufsabschluss als Landwirtin. Warum ausgerechnet sie als Stadtkind in die Landwirtschaft will? „Das fragen mich alle“, erklärt die sehr attraktive junge Frau lachend. Eigentlich habe sie Tiermedizin studieren wollen. Doch dann schnupperte sie bei einem Praktikum in die Landwirtschaft rein, fand die Branche spannend und entschied sich dafür. Auch, weil sich nach dem Studium zahlreiche Perspektiven bieten.

Im Durchschnitt erzielte der Absolventenjahrgang im Landkreis Bautzen Abschlussnoten von 1,75 bis 2,87, resümierte Ausbildungsberaterin Wilfride Strempel bei der Freisprechung. Den besten Durchschnitt schafften die vier jungen Frauen, die ihren Berufsabschluss im Rahmen des Modellprojektes erworben haben. Die Tierwirte landeten in dem Ranking auf dem letzten Platz. Trotzdem seien die Ergebnisse gut, so die Ausbildungsberaterin. Sogar besser als andere Jahre. Bis auf einen Durchfaller schafften alle ihren Abschluss.

Seit einigen Jahren schon findet die Freisprechungsfeier im Kloster Panschwitz-Kuckau statt. Sie wird vom Regionalbauernverband Bautzen-Kamenz und den Ausbildungsbetrieben ausgerichtet. Derzeit lernen in den Betrieben der Pflanzen- und Tierproduktion im Landkreis insgesamt 87 junge Frauen und Männer in drei Lehrjahren, etwa so viele wie in den Vorjahren.