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Besuch bei den Jungstörchen

In diesem Jahr gibt es bisher eine gute Bilanz beim Storchennachwuchs. Das zeigt der Blick in 15 Nester im Heide- und Teichland.

© Bernhard Donke

Von Bernhard Donke

Angenehme Temperaturen und ein strahlend blauer Himmel, von dem aus die Sonne über Ober Prauske bei Hohendubrau strahlt. Gerade das richtige Wetter, um die vor Wochen geschlüpften Jungstörche auf dem hiesigen Storchenhorst und auf weiteren 14 Nestern im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft zu beringen. Seit dem vergangenen Jahr werden die Jungstörche nicht nur beringt. Stefan Siegel vom Förderverein der Vogelschutzwarte in Neschwitz wiegt sie und misst die Länge der Flügel. „Anhand der Flügellänge ist das Alter der Jungtiere feststellbar, und am Gewicht können wir den Ernährungszustand der Jungstörche einschätzen“, sagt Stefan Siegel. Alle Daten werden notiert, um sie später auszuwerten. Deshalb ist es wichtig, jedes Jahr möglichst dieselben Horste zu besuchen, um sie vergleichen zu können.

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In Ober Prauske gab es gleich eine freudige Überraschung. Obwohl der erste Storch am 23. März bereits sehr früh in Ober Prauske ankam und mit dem Nestbau begann, folgte erst am 9. April das Storchenweibchen. Das hat Dorothea und Herbert Morche, die unmittelbar neben dem Storchenhorst wohnen, schon etwas gewundert. Denn in den vergangenen Jahren kam das Storchenweibchen meist nach zwei, drei Tagen an. So begannen die Tiere auch relativ spät zu brüten. Umso erstaunter waren die Beringer, als sie mit der Hebebühne der Firma Lift Manager aus Jänkendorf das Nest erreichten und in diesem drei Jungstörche vorfanden. Auf der kleinen elektronischen Handwaage erkannte Stefan Siegel dann, dass es eine erstaunliche Gewichtsspanne von 700 Gramm zwischen dem schwersten und dem leichtesten Tier gab. „Das ist nichts Außergewöhnliches“, sagt Siegel. Außerdem sehen wir, dass der Ernährungszustand aller drei Jungstörche trotz der Gewichtsdifferenz recht gut ist“, sagt der Ornithologe.

Von Ober Prauske führte die Beringungstour in den Landkreis Bautzen, wo weitere 13 Horste besucht wurden. Auch hier gab es Überraschungen. Im Lohsaer Ortsteil Steinitz, in Commerau bei Klix und Commerau bei Königswartha gab es gleich vierfachen Storchennachwuchs – ganz zur Freude des Beringerteams. Der einzige traurige Anblick bot sich ihnen in Zerna bei Ralbitz. Im dortigen Horst fanden sie ein totes Storchenjungtier. Am Ende der Beringungstour waren 41 Jungstörche aus 15 Nestern und Horsten beringt. Eine Anzahl, die die Ornithologen hoffen lässt, dass es in diesem Jahr wieder mehr Jungstörche gibt als in den vergangenen Jahren.