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Bautzen

Besucher in der Kirche willkommen

Das Gotteshaus in Königswartha bekam jetzt ein Signet, das allen Interessierten signalisiert: Hier kann man tagsüber immer rein.

Königswarthas Kirche ist ab sofort tagsüber immer geöffnet. Dafür steht das kleine Schild, das Kerstin Kracht von der evangelischen Landeskirche an Pfarrer Robert Mahling übergab.
Königswarthas Kirche ist ab sofort tagsüber immer geöffnet. Dafür steht das kleine Schild, das Kerstin Kracht von der evangelischen Landeskirche an Pfarrer Robert Mahling übergab. © Carmen Schumann

Königswartha. Wenn Pfarrer Dr. Robert Mahling mit seiner Frau beim Frühstück sitzt, hat er vom Pfarrhaus aus die Tür seiner Kirche im Blick. Seitdem er im Sommer 2018 die Pfarrstelle in Königswartha übernahm, konnte er oft beobachten, dass Menschen vergeblich an der Tür klinkten. Denn bislang war die Kirche außerhalb der Gottesdienste geschlossen.

Auf seiner vorhergehenden Pfarrstelle in Spitzkunnnersdorf war das anders. Das dortige Gotteshaus war schon seit über zehn Jahren ständig geöffnet, ohne dass es Ärger mit Vandalismus oder Diebstahl gegeben hätte. Deshalb beschloss Robert Mahling, seine neue Kirche ebenfalls tagsüber ständig geöffnet zu halten. Er praktiziert dies bereits seit dem vergangenen Reformationstag. Doch jetzt hat er das Ganze mit Brief und Siegel, sprich, mit einem Signet, das an der Kirche angebracht werden kann. Dieses wird auf Antrag von der evangelischen Landeskirche Sachsen vergeben.

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Bewegungsmelder installiert

Kerstin Kracht, Referentin von der Fachstelle „Kirche im Tourismus“, übergab das Signet am Mittwoch. Wie sie sagt, besitzen von den rund 1.600 evangelischen Kirchen in Sachsen erst 62 dieses Zeichen. Das heiße aber nicht unbedingt, dass die anderen nicht geöffnet haben. Da die Träger des Signets in eine Datenbank aufgenommen werden, können sich Interessenten bereits vorab online informieren, ob sie auf ihrer Wanderung oder Radtour eine geöffnete Kirche vorfinden werden.

Um die Voraussetzungen für das Prädikat „Verlässlich geöffnete Kirche“ zu erfüllen, mussten in Königswartha einige Vorkehrungen getroffen werden. So wurde beispielsweise ein Bewegungsmelder installiert. Wenn dieser passiert wird, schaltet sich das Licht automatisch ein – und nach einer halben Stunde wieder aus.

Außerdem mussten Sicherheitsaspekte betrachtet werden. So darf die Orgel nicht unbefugt benutzt werden, und auch der Zugang zum Turm wurde abgesichert. Das wertvolle Altarkreuz wird während der unbeaufsichtigten Öffnungszeiten durch ein einfaches Holzkreuz ersetzt.

Paten sehen nach dem Rechten

Diese Maßnahmen wurden im Vorfeld mit dem Baupfleger der evangelischen Landeskirche abgesprochen. Und auch die nötigen Mittel in Höhe von 1.000 Euro stellte die Landeskirche zur Verfügung. Für das Geld konnten auch Regale für Infomaterial angeschafft werden.

Pfarrer Robert Mahling kann nunmehr garantieren, dass die Kirche von Königswartha täglich mindestens von 9 bis 16 Uhr geöffnet ist. Wenn im Pfarrhaus jemand zuhause ist, könne im Sommer durchaus auch länger geöffnet werden, sagt der Geistliche. Erfahrungsgemäß sind es besonders die Radfahrer, welche die touristischen Radwege nutzen, die sich über eine offene Kirche freuen. Wie der Pfarrer sagt, haben sich zwei Paten gefunden, die in der Kirche nach dem Rechten sehen. Weitere potenzielle Helfer könnten sich gerne bei ihm melden.

Ein paar Wünsche bleiben bei Pfarrer Robert Mahling noch offen. So soll noch ein Gästebuch her, in das sich Besucher eintragen können. Schön wäre es auch, wenn es eine Stelle gäbe, an der man eine Kerze aufstellen und anzünden kann. Kerstin Kracht berichtete zudem von einer Kirche, die eine automatische Schließanlage installiert hat, welche die Türen zu festgelegten Zeiten sperrt und freigibt. Das ist für Königswartha jedoch noch Zukunftsmusik – und eine Frage der Finanzierung.

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