merken
Sachsen

Besucheransturm in die sicheren Bäder

Jetzt strömen die Menschen wieder in die Freibäder. In anderen Bundesländern gibt es dort vermehrt Rangeleien. Wie sieht es in Sachsen mit der Sicherheit aus?

© Mohssen Assanimoghaddam/dpa (Symbolbild)

Dresden. Nach einigen eher durchwachsenen Tagen erwarten Sachsens Freibäder mit der angekündigten neuerlichen Sommerhitze in dieser Woche einen weiteren Ansturm von Badelustigen. Schon die erste Hitzewelle schraubte die Besucherzahlen nach oben, wie einen Umfrage der dpa ergab. 

Streitereien oder Rangeleien zwischen Badegästen, wie sie aus anderen Bundesländern vermehrt vermeldet wurden, waren in Sachsens Bädern bisher eher selten. Dennoch sind bei der Polizei zumindest zwei Vorfälle aktenkundig geworden. Damit sich die Gäste sicher fühlen, haben manche Bäder auch private Dienste engagiert.

Geld und Recht
Wer den Pfennig nicht ehrt
Wer den Pfennig nicht ehrt

und sich nicht im Paragrafendschungel zurechtfindet, ist schnell arm dran. Tipps und Tricks rund um Geld, Sparen und juristische Fallstricke gibt es hier zu finden.

Im Freibad Haselbrunn in Plauen waren Anfang Juli zwei Gruppen Jugendlicher aneinandergeraten. Fünf von ihnen wurden leicht verletzt. In die Freibäder von Plauen kamen nach Angaben der Stadt bis Anfang Juli etwa 30.000 Badelustige.

Im Zwickauer Freibad Crossen erhielt ein 14-Jähriger Mitte Juni Hausverbot. Er hatte mit einer Softair-Pistole hantiert, die einer echten Waffe täuschend ähnelte, und damit einige Badegäste beunruhigt. Die Pistole wurde beschlagnahmt. Der Jugendliche muss mit einer Anzeige rechnen.

In Dresden (hier das Arnold-Bad) werden neue Rekorde an Besuchern erwartet.
In Dresden (hier das Arnold-Bad) werden neue Rekorde an Besuchern erwartet. © Rene Meining

Die Freibäder in Dresden sind auf einen neuerlichen Besucheransturm gerüstet. Nach einem durchwachsenen Mai hatte der Juni laut Bäder-Sprecher Lars Kühl "alle Rekorde gebrochen". Es seien fast 200.000 Besucher gekommen. Allein am 30. Juni seien 21.783 Gäste in die acht Badeanstalten der Dresdner Bäder GmbH gekommen. "Wir sind guter Dinge, unser Ziel von 340.000 Freibadbesuchern in dieser Saison zu erreichen", sagte Kühl.

Der Ansturm konnte auch bewältigt werden, weil die Öffnungszeiten der Bäder verlängert wurden, sagte Kühl. Als Reaktion auf den Gästeandrang in den Freibädern wurde zudem das Nordbad, ein Hallenbad in der Dresdner Neustadt, bis Anfang September geschlossen. Die fünf Mitarbeiter müssen jetzt in den Freibädern aushelfen. Es seien auch Saisonkräfte angeheuert worden, sagte Kühl.

Privater Dienst fürs Sicherheitsgefühl

Zwar habe sich die Sicherheitslage im Freibad in den vergangenen Jahren nicht geändert, geändert habe sich jedoch das Sicherheitsempfinden vieler Badbesucher, hieß beim Sportstättenbetrieb der Stadt Zwickau. An Tagen mit erhöhtem Besucheransturm werde deshalb ein Sicherheitsdienst engagiert. Das werde schon seit 2008 so gemacht.

Im Spreebad in Bautzen musste die Polizei bisher noch nicht wegen Streitereien unter Badegästen gerufen werden. Der Kassenbereich werde durch einen externen Dienstleister betreut. Aber auch da seien keine Vorfälle zu verzeichnen gewesen.

Auch die Chemnitzer Freibäder registrierten in den vergangenen Wochen ein deutlichen Besucherplus. Bis Mitte Juli seien mehr als 64.200 Badegäste gekommen, teilte die Stadt mit. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres waren es gut 42.100. In den Hallen- und Freibädern sind etwa 50 Mitarbeiter des Sportamtes sowie weitere 42 Rettungsschwimmer und Servicekräfte im Minijob beschäftigt. Ärger mit dem Badegästen habe es bisher nicht gegeben, hieß es. Einziger Vorfall sei ein nächtlicher Einbruch in das Freibad Bernsdorf am 15. Juli gewesen. (dpa)

Mehr zum Thema Sachsen