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Besucherrekord im Meißner Tierpark

Die Stadt Meißen will keinen Cent Zuschuss mehr zahlen. Das führt zu einer Solidaritätsaktion.

© Symbolfoto/Claudia Hübschmann

Von Peter Anderson

Meißen. Tierparkchef Heiko Drechsler steht noch ganz unter dem Eindruck des letzten Sonntags. „Es ist bei uns zugegangen wie zu Ostern“, sagt er. Die Gäste seien aus Annaberg-Buchholz, aus Bautzen, Döbeln und anderen entfernten Orten angereist. Mit Kindern habe er rund 300 Besucher gezählt, ein Rekordwert für dieses Jahr. Drechsler wertet diesen Andrang als Solidarisierungsaktion. In der vergangenen Woche hatte die Stadt Meißen angekündigt, den Tierpark nicht länger unterstützen zu wollen. Dieses und vergangenes Jahr hatte die Einrichtung einen Zuschuss von 60 000 Euro erhalten, um Tierpfleger anstellen zu können.

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Die Stadt Meißen dürfe keinen Unternehmer mit Steuergeldern unterstützen, begründete ULM-Fraktionschef Wolfgang Tücks den Fördermittelstopp. Dem Förderverein für den Tierpark könne nicht jedes Jahr mehr Geld zur Verfügung gestellt werden, als für alle anderen Vereine der Stadt zusammen. Das vorübergehende Aufhängen von AfD-Wahlplakaten im Tierpark habe bei der Diskussion keine Rolle gespielt, so der Kommunalpolitiker.

Neben dem Besucher-Andrang durfte sich Heiko Drechsler am Wochenende auch über zahlreiche Spenden freuen. Vier Damen hätten ihm 1 000 Euro gegeben, um während der Schließzeit im Januar wenigstens eine Halbtagskraft als Helfer beschäftigen zu können. Seine Tierpfleger muss Drechsler eigenen Angaben zufolge wegen der ausbleibenden Unterstützung durch die Stadt entlassen. Für 2018 kündigte er an, den Tierpark nur noch an Wochenenden, Feiertagen und in den Ferien öffnen zu können.