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Betonkrebs an der Flügelwegbrücke?

14 Jahre nach der Freigabe gibt es nicht nur Rillen und Risse in der Straße, sondern auch Schäden am Beton. Was die jüngste Prüfung ergab, ist offen.

Von Peter Hilbert

Die Flügelwegbrücke war zu ihrer Bauzeit ähnlich umstritten wie die Waldschlößchenbrücke. Als sie 1929 errichtet werden sollte, war auf der Kaditzer Seite nur freies Feld. Doch nach der Freigabe 1930 stellte sich heraus, dass der Rat mit seiner Entscheidung Weitsicht gezeigt hatte. Schon nach wenigen Jahren wurde sie gut genutzt. Heute ist die Flügelwegbrücke mit knapp 46 000 Autos täglich die am stärksten befahrene städtische Elbquerung. Zwischen 2001 und 2004 war die Brücke fast komplett erneuert worden. Sie wurde nach einem ähnlichen Prinzip wie die Waldschlößchenbrücke als Stahlverbundbrücke gebaut. Doch die starke Nutzung hat bereits sichtbare Schäden hinterlassen. Das teilt Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) mit. Die Fahrbahn weist Spurrillen, Blasen und Risse auf. Zudem sind Asphaltfugen verbreitert. Frostschäden und breite Risse gibt es an der Oberfläche der Geh- und Radwege. Dort besteht der Verdacht, dass Schäden auf eine Alkali-Kieselsäure-Reaktion zurückzuführen sind, was im Volksmund als Betonkrebs bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um eine chemische Reaktion zwischen Alkalien des Zementsteins und der Gesteinskörnung mit alkalilöslicher Kieselsäure. Die Reaktion kann zu schweren Schäden an Betonkonstruktionen wie Brücken und Autobahnbelägen führen.

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Schäden gibt es auch am Überbau. Dazu gehören unter anderem Risse in der Fahrbahnplatte und abgeplatzter Rostschutz am Stahltrog. Ein Schaden an einem sogenannten stählernen Hohlkasten unter der Fahrbahnplatte ist teilweise schon behoben. Dort hatte sich ein Bereich mit Wasser gefüllt und war gefroren. Das hatte zu Verformungen und einer gerissenen Schweißnaht geführt. Die Flügelwegbrücke wird regelmäßig überprüft. Beim letzten vorliegenden Prüfbericht von 2015 wurde der Zustand mit der Note 2,4 bewertet. Dieses Jahr hatte es auch eine Bauwerksprüfung gegeben. Doch der Bericht liegt erst zum Jahresende vor, so Hilbert. Große Baumaßnahmen seien nicht geplant, teilt die Stadt auf SZ-Anfrage mit. Über nötige Instandhaltungen wird kurzfristig entschieden. (SZ)