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Betreuer für Wetterwarte gesucht

Jetzt kommt der vorerst letzte Schritt der Umstellung auf den Automatikbetrieb in Zinnwald. Dafür läuft eine europaweite Ausschreibung.

© Egbert Kamprath

Von Mandy Schaks

Altenberg. Nachdem die Zinnwalder Wetterwarte zum 1. Februar 2016, im 45. Jahr ihres Bestehens, auf automatischen Betrieb umgestellt wurde, will der Deutsche Wetterdienst jetzt die letzten verbliebenen Arbeiten auch noch der Technik übergeben. Dann werden seiner Meinung nach keine Wettermänner mehr im Osterzgebirge gebraucht. Ihre Tätigkeit übernehmen Computer und Automaten, sodass sich dann nur noch jemand um die Liegenschaft kümmern und bei den Messinstrumenten nach dem Rechten sehen muss.

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Der Deutsche Wetterdienst hat die Geländepflege und Betreuung von Messsystemen der Wetterwarte in Zinnwald europaweit ausgeschrieben. Die Station ist in guter Gesellschaft mit zehn weiteren in Deutschland: Cottbus, Rostock-Warnemünde, Artern, Bad Lippspringe, Winterberg, Barweiler, Fürstenzell, Regensburg, Würzburg und Fehmarn. Zu vergeben sind Dienstleistungen, wie der Ausschreibung zu entnehmen ist. Darin heißt es: „Mit der Automatisierung von Wetterwarten müssen Aufgaben, welche vormals durch eigenes Personal durchgeführt wurden, vergeben werden. Dies betrifft im weiteren Sinne die Pflege und die Betreuung der Station. Im Einzelnen muss sichergestellt werden, dass einerseits die Liegenschaft regelmäßig betreut wird, anderseits die meteorologischen Sensoren und die Messsysteme zur Ermittlung der in der Atmosphäre und im Boden vorhandenen Radioaktivität gepflegt werden.“ Der Deutsche Wetterdienst stellt nach und nach sein Messnetz auf Automatikbetrieb um. Als Zeitpunkt der Komplettumstellung in den elf Wetterstationen wird der 1. Januar 2018 genannt.

Bekommt ein Bewerber den Zuschlag, hat er den Auftrag zunächst für 24 Monate mit der Option, weiter im Geschäft bleiben zu können. Dieser Auftrag würde sich dann jeweils um ein Jahr verlängern. Angebote können bis zum 8. August abgegeben werden. Die Mitarbeiter überrascht dieser Schritt nicht, zu lange ist schon der Automatisierungsprozess im Gange.

Von den vier Beschäftigten, die noch Anfang 2016 in der Zinnwalder Wetterstation ihren Dienst verrichteten, ist kurz darauf einer in die Niederlassung des Deutschen Wetterdienstes nach Leipzig gewechselt. Ein weiterer Wetterbeobachter verabschiedete sich Ende März in seinen Ruhestand, sodass derzeit noch zwei Mitarbeiter in der Zinnwalder Wetterstation arbeiten. Sie beschäftigen sich vor allem mit der Radioaktivität. Um diese zum Beispiel im Niederschlag ermitteln zu können, muss eine bestimmte Menge aufgefangen und dann behutsam verdampft werden. Das allein nimmt Stunden in Anspruch. Denn es soll ja etwas übrigbleiben, das dann noch verwertbar ist. Die Rückstände werden schließlich mit Messtechnik auf radioaktive Substanzen kontrolliert.

Die Werte, die in Zinnwald gemessen werden, gehen ans Bundesamt für Strahlenschutz. Das betreibt bundesweit ein flächendeckendes Messnetz, um die natürliche Strahlenbelastung zu ermitteln, der die Menschen ständig ausgesetzt sind. Werden Schwellenwerte überschritten, wird das unverzüglich bemerkt und können Maßnahmen ergriffen werden, um Menschen vor den schädlichen Auswirkungen der Radioaktivität zu schützen. Die Zinnwalder Station ist seit 2001 in das Messnetz integriert. Aber auch dafür gibt es inzwischen neue Messtechnik.