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Betreutes Wohnen im sanierten Plattenbau

Die TAG Wohnen lässt zwei seniorengerechte Wohnblocks umbauen. Der Pflegedienst Brambor richtet dort nicht nur eine Tagespflege ein.

© André Braun

Von Jens Hoyer

Döbeln. Vier ehemalige Einraumwohnungen in den altersgerechten Wohnblocks an der Bayerischen Straße ergeben einen großen Aufenthaltsraum von 90 Quadratmetern. Zwei davon wird es in der künftigen Tagespflegeeinrichtung des Pflegedienstes Brambor geben. Döbelns Großvermieter TAG Wohnen lässt den 30 Jahre alten Plattenbau in Döbeln Nord gerade aufwendig umbauen und sanieren. Und die Tagespflegestation ist eine der zentralen Einrichtungen für die künftige Wohnform des Hauses.

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Im Juli soll der Umbau der beiden altersgerechten Wohnblöcke der TAG Wohnen in Döbeln Nord abgeschlossen sein. Sie werden von Grund auf saniert.
Im Juli soll der Umbau der beiden altersgerechten Wohnblöcke der TAG Wohnen in Döbeln Nord abgeschlossen sein. Sie werden von Grund auf saniert. © André Braun
Die bisherigen Ein- und Zweiraumwohnungen erhalten neue Grundrisse und eine moderne Ausstattung wie pflegefreundliche Bäder.
Die bisherigen Ein- und Zweiraumwohnungen erhalten neue Grundrisse und eine moderne Ausstattung wie pflegefreundliche Bäder. © André Braun

Der Pflegedienst Brambor kooperiert mit der TAG. Er betreibt nicht nur die Tagespflege, sondern wird bei Bedarf den Mietern Pflegeleistungen in ihren Wohnungen anbieten. „Wir wollten nie so ein großes Haus übernehmen, aber der Bedarf ist da“, sagte Cornelia Brambor, Chefin des Pflegedienstes. Die Kapazität an Wohnungen für betreutes Wohnen, die vom Pflegedienst betreut werden, habe sich damit verdoppelt.

In den Häusern Bayerische Straße 11/12 entstehen 86 Eineinhalb-, Zwei- und Dreiraumwohnungen von 29 bis 66 Quadratmetern Größe. Allerdings, so Juniorchef Benjamin Brambor, sollen die beiden Häuser keine klassische Senioreneinrichtung werden. Eher Mehrgenerationenhäuser, in denen auch junge Familien mit Kindern leben. Und ältere Mieter ohne Pflegestufe. „Viele ziehen schon vorausschauend in solche Wohnungen, falls später einmal ein Pflegebedarf entsteht. Es ist oft der Wunsch der Interessierten und der Angehörigen, nicht erst zu kommen, wenn der Pflegebedarf schon da ist“, so Brambor. Die Nachfrage nach den 86 Wohnungen sei gut, es gebe aber noch genügend Potenzial. Für etwa die Hälfte gebe es schon Vormerkungen.

Der Pflegedienst wird rund um die Uhr vor Ort sein, um die Bewohner bei Bedarf in ihren Wohnungen zu betreuen. Dazu kommt die Tagespflegeeinrichtung, in der auf 500 Quadratmetern Fläche im Erdgeschoss bis zu 25 Personen tagsüber betreut werden können. Der Pflegedienst betreibt schon drei solcher Einrichtungen in Roßwein, Hartha und in Döbeln in der Goldnen Sonne. „Das wird sehr gut angenommen. Wir sind zu 100 Prozent ausgelastet“, so Cornelia Brambor. Es sei günstig, solche Einrichtungen in Wohnortnähe der Pflegebedürftigen zu betreiben. „Es ist schwierig, die Menschen erst über größere Entfernungen in die Einrichtungen zu bringen. Außerdem ist es unrentabel“, so die Geschäftsführerin.

Für die Tagespflegeeinrichtungen wird noch eine große Terrasse auf der Südseite des Wohnblocks gebaut. „Die Fenster gehen alle nach Süden, dadurch ist viel Licht in den Räumen“, sagte die Geschäftsführerin. Die neuen Räume sollen aber nicht nur für die Pflege zur Verfügung stehen. „Wir werden auch Angebote wie Gesellschaftsnachmittage für Menschen organisieren, die keinen Pflegebedarf haben.“

Für die neuen Angebote in Döbeln Nord benötigt der Pflegedienst jede Menge Personal – und das ist knapp. Etwa 25 bis 30 Stellen werden geschaffen – für Pflegekräfte, Pflegeassistenten und Betreuungsassistenten. Benjamin Brambor ist aber optimistisch, dass die Mitarbeiter gefunden werden, denn die Betreuung in einem so großen Haus habe Vorteile. „Die Mitarbeiter brauchen zum Beispiel keinen Führerschein. Es geht heute vor allem darum, attraktive Stellen anzubieten.“

Die Wohnungen in dem Block werden im Juli bezugsfertig sein. Die Tagespflegeeinrichtung kann voraussichtlich im August oder September in Betrieb gehen, sagte Benjamin Brambor. Schon für den 23. Juni sei ein „Schau-rein-Tag“ geplant. Dann können sich Interessierte von 10 bis 15 Uhr Musterwohnungen ansehen.