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Demo für bessere Kita-Betreuung

Eltern, Erzieher, Gewerkschaften und Verbände haben am Dienstagnachmittag in Dresden für eine bessere Betreuung in Sachsens Kindertagesstätten demonstriert.

© dpa

Dresden. Wenige Tage vor der Landtagswahl zogen am Dienstag rund 1.000 Erzieher, Eltern und Kinder vor das Kultusministerium. Erneut forderten sie einen besseren gesetzlichen Personalschlüssel für die Kinderbetreuung. Eine Delegation des Aktionsbündnisses „Weil Kinder Zeit brauchen“ war zuvor vom Ministerium zu klärenden Gesprächen eingeladen worden. Doch darauf wurde verzichtet, da sich die Kritik vor allem gegen Sachsens Ministerpräsidenten und CDU-Vorsitzenden Stanislaw Tillich richte. Tillich hat im Wahlkampf zwar eine bessere personelle Ausstattung der Kitas zugesichert, eine Verbesserung des Personalschlüssels aber abgelehnt. „Was Tillich verspricht, ist eine Mogelpackung, die uns ruhigstellen soll“, sagte Frank Stritzke, Volkssolidaritäts-Geschäftsführer, gestern.

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Die Demo in Dresden

Rückendeckung für ihren Protest bekamen Eltern und Erzieher durch eine Studie der Bertelsmann-Stiftung, wonach Sachsen beim Betreuungsschlüssel bundesweit unter den Schlusslichtern ist. Hier werden allein bei den unter Dreijährigen neun Kinder von einer Person betreut. Die Studie empfiehlt einen Schlüssel von 1:3. 16.700 neue Stellen wären im Freistaat nötig.

Um weiter Druck zu machen, schließen am Freitag sachsenweit rund 100 Kitas. In Dresden beteiligen sich drei Einrichtungen des Omse e.V. und vier des Trägers Outlaw an der Aktion. Sie wollen mit einem Tag der offenen Tür auf Probleme aufmerksam machen. „Wir spüren, wie durch die Belastung die pädagogische Arbeit leidet“, sagt Omse-Chefin Kerstin Reetz-Schulz. Stritzke kündigte an, die Aktionen auszuweiten, sollte sich nichts ändern. (swö/SZ/cs)