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Betrieb bei Remondis läuft wieder

Sieben Wochen nach dem Großbrand zieht im Betriebshof des Entsorgungsunternehmens in Quersa Normalität ein.

Von Manfred Müller

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Die Ursache für den Großbrand auf dem Betriebshof des Entsorgungsunternehmens Remondis Elbe-Röder ist noch immer nicht geklärt. „Die Ermittler müssen noch zwei, drei Sachen abarbeiten“, erklärt Polizei-Sprecher Stefan Grohme. Eindeutige Aussagen könne er deshalb im Moment nicht treffen. Geschäftsführer Thomas Schiefelbein hält es für eher unwahrscheinlich, dass am 18. September Brandstifter am Werk waren. Das Feuer sei an einer Stelle ausgebrochen, an der loser Gewerbemüll gelagert war. Es komme durchaus Selbstentzündung in Betracht. Thomas Schiefelbein sieht auch keinen Zusammenhang mit dem Brand, der sich 24 Stunden zuvor auf einem Remondis-Wertstoffhof in Ludwigshafen ereignete. „Wir hatten einen extrem trockenen und heißen Sommer“, sagt er. „Da kann so ein zeitliches Zusammentreffen auch zufällig sein.“

Es dürfte generell schwierig werden, beweissicher zu klären, ob das Feuer durch Brandstiftung, Selbstentzündung oder andere Ursachen ausbrach. Dadurch, dass viele Pressballen mit Kunststoffabfällen abfackelten, herrschten am Brandherd Temperaturen bis zu tausend Grad. Um dem Feuer endgültig den Garaus zu machen, mussten die Reste am nächsten Tag auseinandergezogen und portionsweise abgelöscht werden. Keine guten Voraussetzungen, um klare Hinweise auf die Brandursache zu finden. Den entstandenen Schaden schätzt Thomas Schiefelbein auf etwa 200 000 bis 300 000 Euro.

Da sind zum einen die Wertstoffe aus den Gelben Säcken, die durch das Feuer vernichtet wurden. Auch zwei firmeneigene Fahrzeuge, ein Radlader und ein Bagger, die nahe am Brandherd standen, bekamen durch die Hitze etwas ab. Und schließlich gab es Schäden an der benachbarten Lagerhalle, in der sich die Papiersortieranlage befindet. „Insgesamt aber weniger als wir anfangs dachten“, erklärt der Remondis-Geschäftsführer. Grundsätzlich laufe der Betrieb schon wieder. Es müssten zwar noch etliche Brand-Hinterlassenschaften beseitigt werden, aber die Lagerflächen zum Beispiel seien zum größten Teil nutzbar.

Dass beim Großbrand nicht Schlimmeres passierte, ist vor allem dem schnellen und koordinierten Einsatz der Feuerwehren aus der Region zu verdanken (die SZ berichtete). Die hatten das Feuer schon nach etwa zwei Stunden unter Kontrolle. Und vor allem: Sie konnten ein Übergreifen der Flammen auf die Papierhalle verhindern. Hätte es die dort gelagerte Pappe und die Sortieranlage erfasst, wäre der Schaden wohl erheblich größer geworden. „Wir mussten darüber hinaus verhindern, dass sich der Brand durch Funkenflug weiter ausbreitet“, sagt der stellvertretende Kreisbrandmeister Sirko Proy. „Im Gefahrenbereich lagen ja schließlich auch die Ställe der Milcherzeugergenossenschaft und das Holzlager von Kronospan.“

Andererseits erwies sich die Nachbarschaft der beiden Betriebe als Segen, denn von hier konnte genügend Löschwasser herangeschafft werden. Der Laminatproduzent stellte überdies erhebliche Mengen an Schaum zur Verfügung, was die Brandbekämpfung wesentlich erleichterte. Insgesamt waren 150 Feuerwehrleute aus der Region und an die 40 Fahrzeuge im Einsatz. Am Reformationstag lud Lampertswaldes Gemeindewehrleiter Michael Reiske alle Beteiligten noch einmal zu einer Dankeschön-Veranstaltung nach Blochwitz ein.

Trotz des Feiertages war der Dorfgemeinschaftssaal rappelvoll, und die Feuerwehrleute aus dem Ort und den Nachbarkommunen Thiendorf, Schönfeld, Ebersbach und Großenhain nutzten die Gelegenheit, das Ereignis bei einem Bier noch einmal Revue passieren zu lassen. „Wenn man bedenkt, dass das alles Ehrenamtliche sind, kann man nur den Hut ziehen“, sagt Remondis-Betriebsleiter Andreas Rettich, der die Getränke auf die Firmenrechnung nahm.

Nicht nur die Feuerwehr, auch die Gemeinde müsse auf solche Ereignisse im Ort ordentlich vorbereitet sein, findet Wolfgang Borowski. Der Lampertswalder Bürgermeister-Vize hatte beim Großbrand mit etlichen Freiwilligen aus dem Dorf spontan einen Versorgungstrupp aufgestellt, der den Brandschützern schon eine Stunde nach der Alarmierung Essen und Getränke brachte. Allerdings blieben den Helfern die Räume der Gemeindeverwaltung verschlossen, weil der Bürgermeister nicht da und der Schlüssel nirgends aufzufinden war. „Wir hätten gern die Küche genutzt, und bei einem Hausbrand könnte man hier sogar eine Familie provisorisch unterbringen“, sagt Borowski. „Der Gemeinderat sollte möglichst schnell einen Notfallplan aufstellen, in dem solche Dinge verbindlich geregelt sind.“