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Betrug bei Wahl in Afghanistan in vielen Formen

Beobachter bemängeln gefälschte Wahlzettel und Mehrfachabstimmungen.

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Kabul. Bei der von Gewalt überschatteten Parlamentswahl in Afghanistan ist es nach Angaben von unabhängigen Wahlbeobachtern zu Betrug in unterschiedlichsten Formen gekommen. Die „Free and Fair Election Foundation of Afghanistan“ (Fefa) bemängelte gestern in Kabul unter anderem die Abgabe gefälschter Wahlzettel, Stimmabgaben von Minderjährigen und Mehrfachabstimmungen einzelner Wähler.

Die Fefa stellte mit 7000 Mitarbeitern die meisten Wahlbeobachter. Bereits nach Schließung der Wahllokale am Sonnabend hatte die Organisation mitgeteilt, sie habe wegen der vielen Unregelmäßigkeiten „ernste Sorgen über die Qualität der Wahl“.

Fefa-Chef Nader Naderi sagte, Betrug habe viele Formen angenommen. Regionale Machthaber und ihre Unterstützer hätten Wähler bedroht. Die größte Herausforderung sei aber die Sicherheitslage gewesen.

Die Fefa registrierte 276 gewaltsame Zwischenfälle. Die Regierung hatte 305 Anschläge und Angriffe gezählt; die Internationale Schutztruppe Isaf sprach von mehr als 400. Dutzende Menschen starben. Die Taliban hatten angekündigt, die Wahl gewaltsam zu stören.

Die Wahlkommission will am 9. Oktober ein vorläufiges Ergebnis und am 30. Oktober ein amtliches Endergebnis verkünden.

Die Wähler vergaben ihre Stimme nicht an Parteien, sondern an einzelne Abgeordnete, die einem politischen Lager nicht immer eindeutig zuzuordnen sind. Rund 2500 Kandidaten – darunter mehr als 400 Frauen – bewarben sich um die 249 Sitze im Unterhaus. (dpa).