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Betrugsverdacht bei Eierproduzenten aus Mecklenburg-Vorpommern

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen mehrere Höfe, weil sie Millionen Eier illegal als Öko-Eier in den Handel gebracht haben sollen.

Schwerin/Rostock. Nach einem Medienbericht über Betrug mit Öko-Eiern hat die in Verdacht geratene Erzeugergemeinschaft Fürstenhof GmbH in Finkenthal in Mecklenburg-Vorpommern die Vorwürfe zurückgewiesen. Das Bundesagrarministerium setzt auf die Aufklärung: Wenn sich die Vorwürfe bewahrheiteten, könnte es um Betrug in größerem Stil gehen, sagte ein Sprecher. Gelten müsse: „Wo bio draufsteht, muss auch bio drin sein.“

Einem Bericht des Nachrichtenmagazins Der Spiegel zufolge liefert die Erzeugergemeinschaft gut 80 Millionen Bio-Eier im Jahr und ist damit einer der größten Öko-Erzeuger Deutschlands. Ein Teil der Ware soll illegal als Öko-Eier in den Handel gelangt sein. Die Auswertung von Luftbildern einiger Höfe hatten Zweifel daran aufkommen lassen, dass die Hühner in Öko-Haltung ausreichend Platz haben. Auf der Internetseite der Erzeugergemeinschaft hieß es am Montagvormittag: „Jeder unserer Höfe in der Gemeinschaft hat die Öko-Verordnung befolgt und die Richtlinien eingehalten.“ Der Gemeinschaft gehören 14 selbstständige Agrarbetriebe an.

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Die Ermittlungen gegen drei Produzenten mit insgesamt vier Standorten könnten nach Angaben der Staatsanwaltschaft Rostock in Kürze abgeschlossen sein. Es gehe um den Vorwurf, dass die Legehennen zu geringen Auslauf hatten, sagte Staatsanwalt Martin Fiedler. Wenn ein Huhn weniger als vier Quadratmeter Auslauf habe, dürften die Eier nur mit dem Herkunftszertifikat „Bodenhaltung“ verkauft werden, nicht aber als „Bio-Eier“. Diese Flächenmaßgabe sei zwischen zehn und 30 Prozent unterschritten worden.

Bereits 2012 wurden nach Eigenkontrollen der Landesbehörden für einen Bestand von 15 000 Bio-Legehennen ein vorläufiges Vermarktungsverbot für Bio-Eier verhängt und dann auch abschließend der Bio-Status aberkannt. (dpa)