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Beulen-Kur für Waldschlößchenbrücke

Ein Bagger auf der Ladefläche eines Lastwagens hatte die beiden Stahlkästen unter der Brücke demoliert. Jetzt bekommen die Dellen frischen Rostschutz.

© Sven Ellger

Von Peter Hilbert

Unter der Waldschlößchenbrücke ist es am Käthe-Kollwitz-Ufer seit Wochenanfang eng. Noch bis zum kommenden Freitag, jeweil 7 bis 15 Uhr, muss die Spur in Richtung Zentrum gesperrt werden, teilt Straßenbauamtschef Reinhard Koettnitz mit. Der Verkehr rollt über einen der beiden Fahrsteifen der Gegenrichtung.

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Handwerker sind seit Montag dabei, einen Schaden an der Waldschlößchenbrücke zu reparieren. Dort war am 25. August vergangenen Jahres ein Lkw samt Bagger darunter hinweggebraust. Allerdings hatte der Fahrer die Durchfahrtshöhe nicht beachtet. Das bekam die Brücke zu spüren. Der Bagger streifte die beiden gewaltigen stählernen Kästen, auf denen die Fahrbahnplatte der Waldschlößchenbrücke liegt. Davon zeugen zwei Dellen im ersten Stahlkasten und kleinere im zweiten, wo die Straße etwas tiefer liegt. „Es ist verwunderlich, dass der Lkw-Fahrer das nicht bemerkt haben soll“, sagt Koettnitz. Trotz des Anpralls hatte er sich nicht gemeldet. Da es dort – im Gegensatz zum Waldschlößchentunnel – keine Überwachungskameras gibt, muss die Stadt die 14 000 Euro teure Reparatur bezahlen.

Beim Anprall war offenbar ein Hydraulikschlauch des Baggers geplatzt. Denn die Unterseite der Stahlkästen war noch ölverschmiert. Das hatten die Metallbauer der Oschatzer Spezialfirma Flügel festgestellt, als sie am Montagmorgen anrückten. Sie überprüften die Schweißnähte, die die dicken Platten der Stahlkästen verbinden und beseitigten die durch den Anprall entstandenen Grate an den Dellen. Letztlich entfernten die Metallbauer die Farbschichten mit einem Schwingschleifer.

Jetzt sind Maler dabei, drei Schichten frische Farbe auf die beschädigten Streifen aufzutragen. Schließlich sollen die beiden mannshohen, jeweils 636 Meter langen Stahlkästen, die sich vom Käthe-Kollwitz-Ufer bis kurz vors Neustädter Tunnelportal erstrecken, noch lange vor Rost geschützt bleiben. Da jede Farbschicht erst trocknen muss, dauern die Arbeiten bis zum Freitag.

Einen ähnlichen Fall, der der Stadt ebenfalls einen enormen Aufwand bescherte, hatte es im November 2016 im Waldschlößchentunnel gegeben. Ein Lkw war samt Bagger von der Brücke durch die Ostausfahrt Richtung Bautzner Straße gefahren. Allerdings hatte er vergessen, die Baggerschaufel einzuziehen. Deshalb wurden acht Deckenleuchten abgeschlagen. Der Schaden wurde später beseitigt. Fachleute ersetzten die Tunnelleuchten, was rund 15 000 Euro kostete. Dafür musste die Versicherung des Verursachers aufkommen. Schließlich werden solche Unfälle in den Röhren des Waldschlößchentunnels genau registriert. 33 Kameras mit Videodetektoren erfassen das Geschehen an jeder Ecke. Sie schwenken immer zu den Brennpunkten. So reagieren sie blitzschnell auf Fußgänger oder im Tunnel liegengebliebene Autos. Im Tunnel hat es seit der Eröffnung im August 2013 zwar schon mehrere Unfälle gegeben, größere jedoch nicht. So waren einige Kraftfahrer in der Kurve zu schnell, sodass es krachte, andere hatten beim Einordnen den Nachbarn übersehen. In den meisten Fällen gingen die Unfälle aber glimpflich mit Blechschaden aus.

Die regelmäßige Wartung und Pflege zahlt sich aus. Nach den jüngsten Arbeiten im April hat der Prüfer den Zustand mit der Note „Sehr gut“ bewertet. Die Waldschlößchenbrücke befindet sich ebenfalls in einem guten Zustand.