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Bewährung für Sex-Talk mit Elfjährigem

Ein Frankenberger wird wegen sexuellen Missbrauchs schuldig gesprochen. Er darf keinen Kontakt zu Kindern aufnehmen.

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© Symbolfoto/dpa

Von Helene Krause

Region Döbeln. Ein 42-jähriger Frankenberger ist vor dem Döbelner Amtsgericht des sexuellen Missbrauchs eines Minderjährigen schuldig gesprochen worden. Richterin Marion Zöllner verurteilte den Beschuldigten nach einem umfassenden Geständnis zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten, ausgesetzt auf zwei Jahre Bewährung. Das Urteil ist rechtskräftig.

Im Zeitraum vom 11. bis 16. März 2015 hat der Mann mindestens drei Handy-Nachrichten mit sexuellen Inhalten an einen elfjährigen Jungen geschickt. Das Alter des Kindes war dem Beschuldigten bekannt. In den Nachrichten erzählte er selbst erfundene Fantasiegeschichten, in denen er und der Junge sexuelle Handlungen ausführten, unter anderem mit Sexspielzeug. Der Angeklagte räumte die Taten ein, verwies aber auch darauf, dass er nicht gewusst hätte, dass das Senden von Sex-Texten an unter 14-Jährige verboten ist. „Ich mache so etwas nicht wieder“, beteuerte er.

Den Jungen hatte der Frankenberger im Chat (Internet-Unterhaltungsplattform) kennengelernt. Als die Polizei bei dem Beschuldigten eine Wohnungsdurchsuchung durchführte, fanden sie einen USB-Stick. Darauf waren nicht nur persönliche Daten, sondern auch Bilder unbekleideter Frauen. Bei der Aufklärungsarbeit der Polizei half er mit, indem er die Taten gestand und den Beamten seine X-Box-Konsole mit sämtlichen Passwörtern zur Verfügung stellte.

Der Mann erhält für die Bewährungszeit einen Bewährungshelfer und muss jeden Wohnsitzwechsel dem Gericht anzeigen. Außerdem wird ihm verboten, Messengerdienste im Internet zu nutzen und er darf mit Kindern und Jugendlichen unter 14 Jahren nicht in Kontakt treten. Unangenehm war ihm der Fall indes: Er wollte die Öffentlichkeit vom Prozess ausgeschlossen sehen. Doch das lehnte die Richterin ab.