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Bewährungsstrafe für brutalen Schläger

Zwei junge Mädchen haben in Ebersbach Zivilcourage gezeigt und bei einer Prügelei vermittelt. Das wurde für beide schmerzhaft.

Von Rolf Hill

Weil er gleich zwei Mal kurz hintereinander handgreiflich gegenüber völlig Fremden geworden ist, hat ein 49 Jahre alter Mann aus Ebersbach jetzt in Löbau vor Gericht gestanden. Beide Male schlug er im Sommer des vergangenen Jahres seine Ex-Partnerin, eine 41-jährige Tschechin. An einem Abend Ende Juli soll er sie im Streit geschlagen haben. Beide standen unter erheblichem Alkoholeinfluss. Solche Auseinandersetzungen kamen bei dem Paar wohl öfter vor, wie Nachbarn als Zeugen aussagten. In diesem Fall wurden aber zwei minderjährige Mädchen in Mitleidenschaft gezogen. Sie wollten vermittelnd eingreifen, als der Mann und die Frau auf der Straße heftig stritten und der Angeklagte seine Ex schlug. Ein Mädchen bekam von ihm eine Ohrfeige, die andere trat er sogar gezielt in den Bauch. Anschließend würgte er sie so, dass ihr die Luft wegblieb. Erst als ein Auto anhielt und der Fahrer zu Hilfe eilte, ließ der Angeklagte von ihr ab. Er könne es nun einmal nicht leiden, wenn sich jemand in seine Angelegenheiten einmischt, erklärte er. Außerdem drehe er schnell durch, wenn er Alkohol getrunken habe. Diesmal waren es 2,24 Promille. Als schließlich die Polizei erschien, war der Täter längst zu Hause.

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Der zweite Fall ereignete sich kaum einen Monat später in einer Nacht im August. Auch damals war die Ex-Partnerin mit im Spiel. Dazu sagte ein Zeuge aus, er sei gegen Mitternacht unterwegs gewesen, als er eine Prügelei bemerkte. Ein Mann schlug auf eine Frau ein. Als der Täter ihn sah, lief er zunächst davon. Der Zeuge half der Frau auf und begleitete sie ein Stück die Straße entlang. Der Angeklagte folgte ihnen, schlug die Frau ins Gesicht, sodass sie blutete und zu Boden ging. Dann erhielt auch der Zeuge einen Faustschlag ins Gesicht. Schließlich trafen ein Krankenwagen und die Polizei ein. Wer sie gerufen hatte, weiß er nicht.

Im Bundeszentralregister war der jähzornige Angeklagte bislang nicht registriert, obwohl solche Auseinandersetzungen mit seiner Ex seit Jahren an der Tagesordnung waren. Der Schläger erhielt vom Richter zwei Ratschläge: sich schnellstens einen neuen Wohnsitz zu suchen, um aus diesem Milieu herauszukommen, und mit dem Alkohol endgültig Schluss zu machen. Der Staatsanwalt ging im ersten Fall sogar von gefährlicher Körperverletzung aus und beantragte eine Freiheitsstrafe von neun Monaten, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung. Als Auflage soll der Angeklagte außerdem eine langfristige Entziehungskur absolvieren. Dem schloss sich das Gericht in seinem Urteil an.