merken

Bewegtes Königsbrück

Der Heimatverein sucht weiter alte Filme, die das Leben in der Region zeigen. Einige Schätze hat er schon ausgegraben.

© MPZ Bautzen

Von Nicole Preuß

Königsbrück. Die Aufnahmen sind krisselig, aber die wesentlichen Elemente sind selbst auf den wenigen Ausschnitten zu erkennen. Eine große Menge Menschen hat sich an diesem 1. Mai 1964 zur Maikundgebung vor dem Königsbrücker Rathaus versammelt. Fahnen sind zu sehen, der Brunnen auf dem Marktplatz und Militärfahrzeuge.

Anzeige
Hygiene ist der beste Infektionsschutz
Hygiene ist der beste Infektionsschutz

Die korrekte Anwendung der richtigen Desinfektionsmittel hilft beim Schutz vor Ansteckung mit dem Coronavirus. Tipps und Angebote hat die Domos Apotheke.

Die Szenen hat der Königsbrücker Lehrer Hantschel mit seiner 8-Millimeter-Kamera gedreht, halb im Auftrag, halb im Ehrenamt. Der Heimatverein entdeckte die Aufnahmen nach langer Suche wieder und ließ die Schmalfilme jetzt in der Kamenzer Regionalstelle des Medienpädagogischen Zentrums Bautzen digitalisieren. „Das waren zwei Stunden Rohmaterial. Da kann man fast schon zwei Filme draus machen“, sagt der Vorsitzende des Vereins, Peter Sonntag. Es gibt aber noch mehr Sequenzen, die aufgenommen werden sollen.

Der Königsbrücker Fotograf Schmidt hat ebenfalls Filme gedreht. Seine Filme sollen nun auch digitalisiert werden. Ziel des Heimatvereins ist, das Material zu einem oder mehreren Filmen zusammenzufügen, es auf DVDs zu pressen und dann unter die Leute zu bringen. „Wir wollen diese alten Aufnahmen bekannt machen. Die heutige Generation will doch wissen, was damals los war“, sagt Peter Sonntag.

Die Bilder sollen aber nicht nur für sich stehen. Einige erfahrene Königsbrücker aus dem Heimatverein, unter ihnen der Küster Werner Lindner, haben sich bereit erklärt, die bereits digitalisierten Filme über den Winter zu sichten, Informationen zusammenzutragen und Texte zu schreiben. Diese Texte werden dann ein Schüler und eine Schülerin der Kießling-Oberschule in Königsbrück einsprechen.

Die Schule beteiligt sich an dem Projekt mit einem Ganztagsangebot, die Regionalstelle des Medienpädagogischen Zentrums stellt die nötige Technik zur Verfügung. Es ist geplant, dass die Kinder auch einzelne Szenen schneiden können und so erste Erfahrungen damit sammeln. Thomas Kleinstück vom Medienpädagogischen Zentrum (MPZ) wird die Schüler dabei voraussichtlich begleiten. Die Absprachen stehen aber noch am Anfang. „Wir freuen uns aber wahnsinnig, dass sich das nun so entwickelt hat“, sagt Peter Sonntag.

Der Heimatverein will Fördermittel für das Projekt beantragen und ist guter Hoffnung, dass das auch klappt. So könnte er die DVDs produzieren und gegen eine Schutzgebühr von höchstens fünf Euro abgeben. Es ist auch von einer Premierenfeier im großen Saal des Offizierskasinos im Neuen Lager die Rede. Dort könnte der Film am Ende zum ersten Mal aufgeführt werden. Noch ist es aber nicht so weit.

Der Heimatverein sucht noch immer nach weiteren alten Filmaufnahmen. „Es könnten auch durchaus Filme aus der Umgebung sein, aus Schwepnitz, Schmorkau oder Laußnitz“, sagt Peter Sonntag. Die Aufnahmen sollten bis zur Wiedervereinigung im öffentlichen Raum entstanden sein, bei Schulfesten, beim Wandern, bei der Feldarbeit oder Ähnlichem.

Das Material bekommen die Hobbyfilmer zurück zusammen mit einer digitalen Version ihrer Aufnahmen. Peter Sonntag hofft, dass so noch einiges zusammenkommt. „Wir sind schließlich einmal dabei“, sagt er.

Ansprechpartner sind Sonita Bellinghausen, Telefon 035795 42555 oder Peter Sonntag, Telefon 035795 30844.