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Bewegung in der Triebischvorstadt?

In der Fährmannstraße soll gebaut und in der Uferstraße Häuser verkauft werden, an der Obergasse müsste sich etwas tun.

© Claudia Hübschmann

Von Udo Lemke

Görlitz – Immer eine Reise wert

Die Stadt Görlitz wird von vielen als „Perle an der Neiße“ oder „schönste Stadt Deutschlands“ bezeichnet. Warum? Das erfahren Sie hier.

Meißen. Nach jahrelangem Stillstand und monatelangem Streit scheint die Zukunft der Häuser Fährmannstraße 1 – 5 nun geklärt. Das jedenfalls legten die Vorstellungen zur Revitalisierung nahe, die im Bauausschuss im September präsentiert worden waren. Damals hatten Birgit Richter, die Geschäftsführerin der Stadtentwicklungsgesellschaft Seeg und der Architekt Knut Hauswald entsprechende Ideen vorgestellt.

Danach sollen die denkmalgeschützten Häuser 1 – 3 in den Keller und Erdgeschossen flutsicher gemacht werden, was bedeutet, dass dort keine Wohnungen eingebaut werden und auch die Haustechnik höher gelegt wird. Die zum Abriss frei gegebenen Hinterhäuser sollen fallen. Und im kommenden Jahr, so die Ankündigung, soll ein Investor gesucht werden, der die Nummer 1 - 3 saniert und die 4 und 5, die nicht unter Denkmalschutz stehen, abreißt. Die Baulücke will die Seeg mit einem Neubau, der vor allem große Wohnungen für Familien bereitstellen soll, wieder schließen. Allerdings erst in fünf Jahren, 2023 soll dieser fertiggestellt sein.

Dass Sanierungsbeginn und Abriss erst in zwei Jahren über die Bühne gehen sollen, sorgt bei Fachleuten nicht für Begeisterung. Zu lange waren die in städtischem Eigentum befindlichen bzw. der Seeg gehörenden Häuser schon dem Verfall ausgesetzt. Warum es nicht schneller gehen kann, zumal es nach SZ-Informationen mindestens zwei interessierte Investoren gibt, bleibt zu fragen.

Zur Triebischvorstadt gehören auch die leer stehenden Häuser Uferstraße 6 – 8. Hier gibt es eine neue Entwicklung. Die drei Häuser gehören Hartmut Grimmer aus Dresden und seinem Sohn Thomas. Sie wollten jeweils die zweistöckige Uferstraße 6 ausbauen und die einstöckige Nummer 7 wegreißen und durch einen Neubau mit Café und Terrasse ersetzen. Das hatte ihnen die Denkmalpflege verwehrt, weil die geschlossene Uferbebauung an der Elbe stadtbildprägend und damit erhaltenswert ist – alle drei Häuser sind denkmalgeschützt. Allerdings hatten die Grimmers schon begonnen, die Nummer 7 abzureißen, was ein Gerichtsverfahren nach sich zog. Nach zwei Verhandlungen am Verwaltungsgericht Dresden hat ihnen nun nach SZ-Informationen am 4. Oktober das Oberverwaltungsgericht den Abriss der Gebäude verwehrt. Das bedeutet, dass die Eigentümer nun aufgefordert werden können, die Häuser besser zu sichern.

Im größten der Gebäude, der vierstöckigen Nummer 8, hängt nun ein Banner. „Zu verkaufen!“, ist darauf zu lesen und dass man sich an die Waltmann Immobilien GbR wenden soll. Im Internet heißt es dazu: „Zum Verkauf stehen drei Wohnhäuser, welche in einer Häuserzeile unmittelbar miteinander verbunden sind. An allen drei Häusern sind grundlegende Sanierungsarbeiten notwendig.“ Als nutzbare Fläche werden 725 Quadratmeter angegeben, als Kaufpreis sind 370 000 Euro aufgerufen.

Die Triebischvorstadt endet an der Eisenbahnbrücke bzw. der Obergasse. Von den neun hier befindlichen Häusern gehören Emil Eder aus Bruckmühl im oberbayerischen Landkreis Rosenheim und seinen beiden Kindern sechs Gebäude. Keines weist keine Schäden auf. Doch am schlimmsten sieht die Obergasse 6 aus. Auf entsprechenden Karten ist sie rot markiert, was bedeutet, dass das Gebäude starke Schäden hat und seine Substanz gefährdet ist. Inzwischen hat die Denkmalpflege den Eigentümern Auflagen zum Erhalt der Gebäude erteilt.

Die Obergasse 6 lehnt sich quasi direkt an den Bahndamm an. Als Wohngebäude ist das in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtete denkmalgeschützte Haus mit angrenzendem Lagergebäude kaum mehr geeignet. Als Fahrradgarage am Rande der Altstadt schon. Ist es doch an beide Elbradwege angebunden.