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Bischofswerda

„Jetzt wollte ich im Urlaub sein“

Der Geschäftsstellenleiter vom Bischofswerdaer FV springt als Trainer ein. Seine Frau gibt ihm Rückendeckung. Auch beim Spiel gegen Lichtenberg.

Im Juni 2017 freuten sich Tino Gottlöber (links) und Tilo Kosmetschke (rechts) am Rande eines Traditionsspieles gegen den BFC Dynamo mit Fred Wonneberger, der damals zum Bischofswerdaer FV zurückkehrte und Geschäftsstellenleiter wurde.
Im Juni 2017 freuten sich Tino Gottlöber (links) und Tilo Kosmetschke (rechts) am Rande eines Traditionsspieles gegen den BFC Dynamo mit Fred Wonneberger, der damals zum Bischofswerdaer FV zurückkehrte und Geschäftsstellenleiter wurde. © Bodo Hering

Fußball-Regionalliga. Der Bischofswerdaer FV ist Tabellenletzter der Fußball-Regionalliga Nordost. Auf der Habenseite stehen nur zwei Zähler aus acht Spielen. Für den beurlaubten Trainer Erik Schmidt hat nun Geschäftsstellenleiter Fred Wonneberger das Steuer übernommen. Vor dem Heimspiel am Sonnabend gegen Aufsteiger SV Lichtenberg stellte sich der 53-Jährige, der bereits von 2003 bis 2008 BFV-Coach war, zum Gespräch mit der SZ.

Herr Wonneberger, nach mehr als drei Jahren sitzen Sie wieder auf dem Trainerstuhl. War das Ihr Plan oder hatten Sie mit diesem Thema eigentlich schon abgeschlossen?

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Aktuell war es natürlich nicht vorgesehen. Eigentlich wollte ich jetzt im Urlaub sein. Aber abgeschlossen hatte ich mit dem Trainerdasein noch nicht. Das Ende 2016 in Görlitz mit dem Rückzug der Mannschaft war unschön und so wollte ich nicht aufhören. Angedacht war, vielleicht in zwei, drei Jahren noch mal an die Seitenlinie zurückzukehren.

Was sagt Ihre Frau zu Ihrer Entscheidung?

Erst einmal kam die Anfrage des Präsidiums und dann habe ich mit ihr darüber gesprochen. Sie kennt mich lange genug und hat gemeint, ich solle es machen, bevor ich es eines Tages bereue. Aber wir wissen alle, dass das eine schwierige Mission ist.

Präsident Jürgen Neumann sagt, er weiß noch gar nicht, ob ein externer Trainer geholt werden muss. Sind Sie bereit, das Amt bis zum Saisonende in einer Doppelfunktion auszuführen?

Ganz ehrlich, darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Generell glaube ich, dass eine interne Lösung möglich ist. Jetzt geht es aber erst einmal darum, sich um die Mannschaft zu kümmern. Wir müssen das Positive hervorheben und das auch so vorleben. Auch daraus sollen die Jungs Kraft schöpfen.

Sie arbeiten als Trio?

Ja, meine beiden Kollegen René Wagner, der auch die U 17 trainiert, sowie „Mo“ Gözem, der sich auf dem Gebiet der Spielanalyse spezialisieren will, sind sehr jung und ich denke, dass diese Konstellation mit unserer ebenfalls sehr jungen Regionalliga-Truppe günstig ist.

In Halberstadt verpasste der BFV einen Punktgewinn nur knapp. Hätte es ohne die Gelb-Rote Karte für Tobias Heppner gereicht?

Ich denke schon. Kurz vor dem Platzverweis hatten wir zwei richtig gut Chancen und waren wieder besser im Spiel. Halberstadt war natürlich überlegen, aber wir waren im Konter durchaus gefährlich. In Überzahl drückte dann aber Germania und das Spiel kippte leider.

Sie hatten die Startelf auf fünf Positionen verändert. Warum?

Jeder Trainer hat seine eigene Auffassung, wie er Fußball spielen lassen will. Ich auch. Aufgrund unserer Situation müssen wir erst einmal auf das Defensivverhalten viel Wert legen. Das geht nur über gewonnene Zweikämpfe und Mannschaftsgeist. Ich denke, dass das die Grundbasis ist, um uns da unten selbst rauszuziehen. Folgerichtig wurden Positionen getauscht oder anders besetzt. Ich weiß, es klingt abgedroschen, aber Kampf und die richtige Einstellung sind das A und O. Spielerisch werden wir das im Moment nicht lösen können.

Wer fällt neben Heppner noch aus?

Fernando Lenk habe ich erst einmal wieder rausgenommen. Er war ja fast ein Jahr verletzt und hatte zuletzt erneut Probleme mit dem Knie. Wir bauen ihn jetzt in Ruhe auf und werden da kein Risiko eingehen.

Das Gespräch führte Jürgen Schwarz