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BGH prüft Revision von Mario Mederake

Die Entführung und Misshandlung der Dresdner Schülerin Stephanie im Januar 2006 wird ein Fall für den Bundesgerichtshof (BGH).

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Leipzig/Dresden - Der 5. Strafsenat in Leipzig will die Revision von Mario Mederake prüfen, teilte das Gericht am Mittwoch mit. Der arbeitslose Anlagenbauer war am 14. Dezember 2006 wegen Vergewaltigung, Geiselnahme, sexuellen Missbrauchs von Kindern und Körperverletzung zur Höchststrafe von 15 Jahren und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Er hatte die damals 13-jährige Stephanie fünf Wochen lang gefangen gehalten, sexuell misshandelt und gequält.

Ein Termin für die Prüfung des Falles steht noch nicht fest. Der Generalbundesanwalt hat beantragt, die Revision als unbegründet zu verwerfen. Die BGH-Richter können auch ohne mündliche Verhandlung eine Entscheidung fällen. Der Angeklagte habe das Urteil des Landgerichts Dresden mit seiner Revision umfassend angegriffen, teilte das Gericht mit. Der Verteidiger des 36-Jährigen hatte bereits im Prozess angezweifelt, dass die Voraussetzungen für eine Sicherungsverwahrung gegeben sind.

Dem Urteil zufolge hatte der vorbestrafte Sexualtäter Stephanie am 11. Januar auf dem Schulweg ins Auto gezerrt und in seine Wohnung verschleppt. Nur 500 Meter von ihrem Zuhause entfernt musste das Mädchen fünf Wochen lang die sexuellen Wünsche ihres Peinigers erfüllen. Nach Auffassung der Richter hatte Mederake die Taten sorgfältig geplant und durch massive Drohungen ein Klima fortwährender Gewalt und Einschüchterung geschaffen. Ein Passant fand am 15. Februar einen Zettel mit einem Hilferuf des Mädchens. Wenig später wurde es von der Polizei befreit.

Die Entführung des Mädchen und der anschließende Prozess stießen bundesweit auf großes mediales Interesse. Der Verurteilte hatte Polizei und Justiz während des Verfahrens mit einer spektakulären Kletteraktion auf ein Gefängnisdach rund 20 Stunden in Atem gehalten. Danach wurden in allen sächsischen Gefängnissen die Sicherheitsstandards überprüft und verschärft. Die heute 15 Jahre alte Stephanie geht seit einem knappen Jahr wieder zur Schule. (dpa)