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Bewährungsprobe für Gössner

Miriam Gössner läuft wieder im Biathlon-Weltcup. Doch vor dem Sprint-Wettkampf am Freitag gibt es viele Fragezeichen um die Staffel-Weltmeisterin.

© dpa

Von Volker Gundrum

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Antholz. Geduldig hat Miriam Gössner in Antholz nach dem Training mit den Fans geplaudert und Autogramme geschrieben. Es war, als ob die große deutsche Biathlon-Hoffnung nie weg gewesen wäre. Dabei steht das Sorgenkind im deutschen Damen-Team nach der kurzen Auszeit mit drei Siegen in der zweiten Liga am Freitag im Sprint (14.30/ZDF und Eurosport) vor dem Weltcup-Comeback. „Es ist natürlich sehr schön, wieder zurück zu sein“, sagte die 24-Jährige vor ihrer Bewährungsprobe.

Bundestrainer Gerald Hönig antwortete am Schießstand in der Südtirol-Arena gewohnt sachlich auf die Frage, was denn die drei Erfolge im IBU-Cup für seinen prominenten Schützling bedeuten würden. „Dass die Miri vom Gefühl her gestärkt, mit einem breiten Kreuz und gewachsenem Selbstbewusstsein in den Weltcup zurückkommt. Sie weiß natürlich auch, dass das Niveau ein ganz anderes ist. Inwieweit es reicht, um vorne anzukommen, das werden wir jetzt sehen.“

Auch über eineinhalb Jahre nach ihrem schweren Mountainbike-Unfall ist die zweimalige Staffel-Weltmeisterin noch längst nicht in alter Form. Bei ihren beiden IBU-Cup-Erfolgen am vergangenen Wochenende in Ridnaun/Südtirol etwa war sie am Schießstand mit nur einem Fehler so treffsicher wie schon lange nicht mehr, aber die Laufzeit war nicht so gut. Einen Tag später musste die Garmischerin in der Verfolgung gleich fünfmal in die Strafrunde, war aber in der Loipe pfeilschnell.

Große Erwartungs-Last für Gössner

Noch passt nicht alles so richtig zusammen. „Man darf jetzt nicht unbedingt auf Anhieb Top-Ten-Plätze von ihr erwarten“, hat ihre Freundin Magdalena Neuner gesagt. Doch genau da liegt das Problem, denn Gössner galt als Nachfolgerin der Rekordweltmeisterin. Wenn sie startet, dann trägt sie stets die Hoffnungen auf eine Rückkehr zu den glanzvollen deutschen Biathlon-Zeiten.

Nun braucht sie vor allem Geduld. Ihr bayerischer Charme, ihr strahlendes Lächeln - die Freundin von Skistar Felix Neureuther ist wie gemacht für die Rolle der Strahlefrau im deutschen Wintersport. Bis zu ihrem Unfall im Mai 2013 hatte sie sich bereits drei Weltcup-Einzelsiege als Biathletin erkämpft und war sogar als Langläuferin erfolgreich.

Nach ihrem schweren Moutainbike-Crash, der ihr die Olympia-Teilnahme in Sotschi und beinahe sogar die Sportkarriere gekostet hätte, war alles anders. Jetzt, sagt sie, sei alles wieder gut. „Ich habe zwar noch Schmerzen“, sagte sie im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. „Aber so wie es jetzt ist, ist es super. Ich komme wirklich gut damit klar, habe es gut im Griff.“

Auch sportlich soll alles wieder gut werden. Sollte der Garmischerin ein Rennen gelingen, wie sie es sich vorstellt, könnte sie auf der Suche nach der verlorenen Form den vielleicht entscheidenden Schritt machen. Am Schießstand will sie klar kommen, und auch läuferisch soll es wieder gut gehen. „Das ist das, was ich mir für Freitag vorgenommen habe. Es wäre schön, wenn mir das auch gelingt“, sagt sie. Vielleicht ist es ein Vorteil, dass sie sich letzte Woche in Ridnaun schon an die Höhenlage gewöhnen konnte. Fast alle anderen Biathletinnen sind aus Ruhpolding angereist. (dpa)

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