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Bilder des Kamenzer Franziskuszyklus ausgezeichnet

Franziska Junge erhält den Herimann-Preis für ihre außergewöhnlichen Siebdrucke.

© PR

Von Dr. Sören Fischer

Kamenz. Im Jahr 2016 wurde im Kamenzer Sakralmuseum St. Annen die Sonderausstellung „Franz von Assisi – Sein Leben in neuen Illustrationen“ gezeigt. Die Schau würdigte die Aktualität des franziskanischen Wirkens und unterstrich zugleich die enge Verbindung der Stadt Kamenz mit dem Bettelorden: Die gotische Kirche St. Annen, die seit 2011 auch als Sakralmuseum genutzt wird, wurde im 16. Jahrhundert als Zentrum eines Franziskanerklosters erbaut und präsentiert heute Kunst aus der Zeit der Klostergründung.

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Für die Ausstellung, die von Dr. Sören Fischer kuratiert wurde, konnten mit Franziska Junge, Rosanna Merklin und Nadine Prange drei Künstlerinnen gewonnen werden, die ihr spezielles Augenmerk auf die Beziehung zwischen Text und Bild richteten. Ausgangspunkt war die Tradition des mittelalterlichen Freskenzyklus, welche die Absolventinnen der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig in die Gegenwartskunst überführten. Entstanden ist ein Zyklus mit neun Episoden aus dem Leben des Franziskus. In den Techniken des Holzschnitts und des Siebdrucks illustriert er so populäre Szenen wie „Die Vogelpredigt“ oder „Die Stigmatisation“.

Speziell für Kamenz geschaffen
Es freut die Städtischen Sammlungen sehr, dass nun einige Bilder des speziell für Kamenz geschaffenen Zyklus im Zentrum einer wichtigen Preisverleihung standen, die jüngst im hessischen Bad Karlshafen zu erleben war. Franziska Junge wurde bei diesem Anlass für ihre drei Franziskus-Siebdrucke als Siegerin mit dem Herimann-Preis ausgezeichnet. Der Preis, der in diesem Jahr erstmals verliehen wurde, geht auf eine Initiative des Hessischen Städte- und Gemeindebunds und der Kulturstiftung Hessen-Thüringen zurück und zeichnet Kunstwerke aus, die sich zeitgenössischen Bibelillustrationen bzw. biblischen Themen widmen. Schirmherr des Wettbewerbs ist Staatsminister Boris Rhein, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Insgesamt bewarben sich 72 Künstlerinnen und Künstler mit 109 Kunstwerken, unter ihnen auch Franziska Junge.

Nachdem eine Jury aus Vertretern der evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck, dem Bistum Fulda, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und dem Hessischen Städte- und Gemeindebund getagt hatte, konnte der mit 5000 Euro dotierte Herimann-Preis am Freitag, dem 29. Juni, im Rahmen einer Ausstellung an Franziska Junge verliehen werden. Auch der Preis schlägt ebenso wie ihre Arbeiten einen Bogen in die Vergangenheit. Herimann war ein mittelalterlicher Mönch, der im nordhessischen Kloster Helmarshausen aktiv und für seine Buchmalerkunst berühmt war. Die Vertreter der Städtischen Sammlungen gratulieren Franziska Junge zu ihrem Erfolg und wünschen ihr weiterhin viel Kreativität und ein breites Echo in der Kunstwelt. (SZ)