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Freital
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Großzügig, expressiv, auf schwarzem Grund

Der Künstler Dieter Kecke aus Kurort Hartha zeigt in Potschappel Gemälde und Zeichnungen aus fünfzig Jahren. Im Mai wird er 80.

Von Thomas Morgenroth
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Der Maler Dieter Kecke in seiner Ausstellung im Einnehmerhaus Freital.
Der Maler Dieter Kecke in seiner Ausstellung im Einnehmerhaus Freital. © Karl-Ludwig Oberthür

Blau wird zur dominierenden Farbe, wenn sich Dieter Kecke entschließt, eine Ansicht der Stadt Tharandt zu malen, wie sie lange nach Sonnenuntergang ihre Ruhe findet. Nur schemenhaft holt der Künstler aus Kurort Hartha die architektonischen Landmarken ins Bild, das Schloss, die Burgruine und die Bergkirche oben auf dem langen Felssporn. Die Häuser im Tal darunter scheinen im Dunkel zu verschwinden, aber nur fast. Kecke schafft eine kaum für möglich zu haltende Differenzierung, er malt eine mystische Landschaft voller Andeutungen und gibt seinem Gemälde mit sanften farblichen Spots in sich einen Halt.

Die Stimmung ist romantisch – und das Ölbild große Kunst. Und nicht nur diese Ansicht der Forststadt aus dem Jahre 2001. Das zeigt eine Ausstellung mit insgesamt 37 Gemälden und Zeichnungen Keckes, die am Sonntag im Freitaler Einnehmerhaus eröffnet wird. Kuratiert von seinem Nachbarn, dem Bildhauer Matthias Jackisch, gibt der Künstler, der im Mai 80 wird, einen Einblick in sein Schaffen der vergangenen fünfzig Jahre. Wobei es keine klassische Retrospektive im Sinne einer zeitlichen Abfolge ist. Der Schwerpunkt liegt vielmehr auf einer klangvollen Bespielung der kleinen Räume des Einnehmerhauses, und die ist Kecke und Jackisch gelungen.

Dieter Kecke, der aus Breitenau aus dem Osterzgebirge stammt und über Pirna und Dresden vor 25 Jahren nach Kurort Hartha kam, hat für unterschiedliche Motive und Techniken auch verschiedene Stile entwickelt. Bleibt er in seinen Zeichnungen detailgetreu mit einem Hang zu konstruktivistischer Verdichtung, trägt er in seinen Gemälden die Farben großzügig und expressiv auf, bis hin zu einer abstrahierenden Auflösung des Gegenstandes.

Das gilt freilich nur für seine Landschaften und seine Szenen mit Figuren, die er nach Skizzen malt, die seit 40 Jahren beim wöchentlichen Aktzeichnen mit Konrad Maass entstehen. Erkundet er Formen und Farben fernab der Realität, widmet Kecke, der meistens auf schwarzem Grund malt, der Exaktheit des Strichs hingegen wieder eine größere Aufmerksamkeit.

Das hat Dieter Kecke gelernt. Viele Jahre verfeinerte er sein Handwerk als Restaurator in Kirchen und anderen repräsentativen historischen Bauten, unter anderem sechs Jahre lang in der Semperoper in Dresden. Die Motive für seine freien Arbeiten fand und findet Kecke auf Reisen nach Bulgarien, Tunesien, Italien oder Russland. Oft aber auch quasi vor der Haustür, dann malt er die Steinrücken im Osterzgebirge, das zerstörte und später das wiederaufgebaute barocke Dresden oder eben Tharandt.

Vom 14. April bis 26. Mai im Einnehmerhaus Freital, Die.-Fr. 16-18 Uhr, Sa./So. 10-17 Uhr, an Feiertagen geschlossen; Vernissage am 14. April, 11 Uhr; es spricht Heinz Weißflog, Matthias Jackisch spielt auf Steinflöten.

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