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"Aufholen nach Corona" läuft schleppend an

Die Oberlausitzer Schulen haben erst ein Prozent des zur Verfügung stehenden Geldes abgerufen. Noch aber bleibt Zeit.

Von Thomas Mielke
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Noch gibt es viel Geld, um während der Corona-Zeit verpassten Unterrichtsstoff nachzuholen.
Noch gibt es viel Geld, um während der Corona-Zeit verpassten Unterrichtsstoff nachzuholen. ©  dpa (Symbolbild)

Seit dem Start der Aktion "Aufholen nach Corona" im Juli haben die Oberlausitzer Schulen für reichlich 300.000 Euro Nachhilfelehrer und andere Aushilfskräfte binden können. Damit werden in 8.500 Fällen Schüler betreut. "Allerdings können einzelne Schüler*innen auch an mehreren Maßnahmen teilnehmen", schränkt das Landesamt für Schule und Bildung in Bautzen ein. Insgesamt besuchen laut Statistischem Landesamt reichlich 63.000 Schüler allgemein- und berufsbildende Schulen in den Kreisen Bautzen und Görlitz.

Insgesamt stehen den Oberlausitzer Schulen in dem Aktionsprogramm laut Lasub 30 Millionen Euro für Maßnahmen in den Schuljahren 2021/2022 und 2022/2023 zur Verfügung. Erste Schulen hatten bereits in den zurückliegenden Sommerferien Kurse angeboten.

Jede Schule verfügt über ein Budget für Förder- und Nachhilfeangebote, dessen Höhe sich an der Schülerzahl orientiert. "Einen Schwerpunkt des Aktionsprogramms bilden unterrichtsergänzende und unterrichtsintegrierte Förder- und Nachhilfeangebote", so eine Sprecherin des Landesamtes. Die Schüler können einzeln oder in Gruppen gefördert werden. In den Grundschulen ständen zum Beispiel die Förderung von Lesen und Schreiben sowie die Fächer Mathematik und Englisch im Fokus, so die Sprecherin.

Dass noch nicht mehr Geld abgerufen wurde, hat laut Experten vor allem zwei Gründe: Zum einen muss erst der Bedarf ermittelt werden beziehungsweise müssen sich Schüler mit der Bitte um Hilfe melden. Zum anderen ist es schwierig, genügend geeignete Nachhilfelehrer zu finden. Laut Landesamt handelt es sich dabei oft um "Studierende und andere Honorarkräfte".

Bund und Land hatten "Aufholen nach Corona" aufgelegt, um die Folgen der Pandemie für Kinder und Jugendliche zu mildern und Lernlücken zu schließen. Viele Schüler haben seit Beginn der Corona-Krise im März 2020 monatelang keinen oder nur eingeschränkten Unterricht gehabt. Zudem "hat Kinder und Jugendliche die Isolation durch Schulschließungen besonders hart getroffen", so Sachsens Kultusminister Christian Piwarz zum Start der Aktion im Sommer. "Mit dem Programm wollen wir sicherstellen, dass diejenigen Schülerinnen und Schüler Unterstützung bekommen, die Hilfe am dringendsten benötigen", so zum Bund-Länder-Programm.