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Großdubrau: Freie Oberschule will wachsen

Erst vor Kurzem wurden neue Räume geschaffen. Doch weil die Nachfrage nach Plätzen steigt, reicht das nicht. Wie der Schulträger das Problem lösen will.

Erst vor einigen Monaten wurden im Dachgeschoss der freien Oberschule Großdubrau vier neue Unterrichtsräume fertig. Schulleiterin Tina Koppatsch unterrichtet dort gern, wünscht sich aber noch mehr Platz für ihre Schule.
Erst vor einigen Monaten wurden im Dachgeschoss der freien Oberschule Großdubrau vier neue Unterrichtsräume fertig. Schulleiterin Tina Koppatsch unterrichtet dort gern, wünscht sich aber noch mehr Platz für ihre Schule. © SZ/Uwe Soeder

Großdubrau. Die freie Oberschule in Großdubrau ist - das lässt sich 15 Jahre nach ihrer Gründung feststellen - ein Erfolgsmodell. Nicht etwa, weil sie ein besonderes pädagogisches Konzept verfolgt, sondern weil sie die Lücke füllt, die die Schließung der staatlichen Mittelschule seinerzeit hinterlassen hat. Das Team, das damals den Mut aufgebracht hat, eine freie Schule zu gründen, ist heute noch in der Oberschule engagiert, sagt Tina Koppatsch. Und es hat neue Pläne, wie die Schulleiterin berichtet.

Die haben es in sich: "Wir wollen uns langfristig weiterentwickeln", macht Tina Koppatsch unumwunden deutlich und meint damit nicht weniger als eine Vergrößerung der Lehr- und Lernkapazitäten an der Großdubrauer Bildungseinrichtung. Deren Ziel ist klar: Auf lange Sicht soll die Schule, die unter der Trägerschaft des Fördervereins "Schulen Großdubrau" steht, standardmäßig zweizügig betrieben werden. Das heißt: Von jeder Jahrgangsstufe sollen zwei Klassen ausgebildet werden.

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Freie Schule will zweizügig werden

Die Nachfrage nach mehr Plätzen sei absolut gegeben, sagt Tina Koppatsch, denn: "Wir mussten in diesem Jahr sogar wieder Kinder aus Großdubrau ablehnen." Das passiert regelmäßig, denn laut dem Konzept der Schule dürfen die einzelnen Klassenstärken eine Schülerzahl von 24 nicht übersteigen. Derzeit lernen hier 179 Schüler. Die Schule ist anderthalbzügig - schon jetzt werden hier zwei sechste und zwei achte Klassen unterrichtet.

Ab August 2019 wurde das Spitzdach der Schule, in dem sich bis dato die Aula befand, umgebaut. Dank großer Gauben entstanden hier komfortable Unterrichtsräume.
Ab August 2019 wurde das Spitzdach der Schule, in dem sich bis dato die Aula befand, umgebaut. Dank großer Gauben entstanden hier komfortable Unterrichtsräume. © SZ/Uwe Soeder

Möglich ist auch das nur, weil die Schule bereits in den vergangenen Jahren Zeit und Mühe investiert hat, um mehr Platzkapazitäten zu schaffen: Im Spätsommer 2019 begann der Umbau der ehemaligen Aula zum Unterrichtsbereich. Dafür wurde das Spitzdach geöffnet. Um die vorhandene Fläche von rund 430 Quadratmetern optimal nutzen zu können, wurden lange Gauben in die Dachfläche eingezogen. Entstanden sind so vier neue Unterrichtsräume: drei Klassenräume und ein modernes Computerkabinett. Außerdem gibt es dort jetzt neue Sanitäreinrichtungen sowie zwei Vorbereitungszimmer für die Lehrer.

Nachfrage nach Plätzen an der Schule ist groß

Aber trotz der neuen Räume kann die Nachfrage von Eltern aus Großdubrau und den umliegenden Gemeinden noch längst nicht bedient werden. Für Schulleiterin Tina Koppatsch und die Mitglieder des Schulfördervereins war das Anlass, sich in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates bei den Ratsmitgliedern in Erinnerung zu rufen.

"Viele Gemeinderäte wussten gar nicht, wie groß wir inzwischen sind", sagt Tina Koppatsch und zählt auf: 15 Jahre ist die Freie Oberschule in Großdubrau bereits alt und aus dem kulturellen Leben der Gemeinde nicht mehr wegzudenken. "Unsere Kinder sind Mitglieder in den hiesigen Gemeinden, wir bieten auch in den Ferien umfangreiche Freizeitangebote an und beteiligen uns an Veranstaltungen der Gemeinde. Solche Angebote wie Weihnachtsmärkte oder -konzerte gäbe es ohne uns gar nicht mehr", argumentiert sie.

Dabei, das bestätigt auch Großdubraus Bürgermeister Lutz Mörbe (parteilos), sei es keinesfalls einfach gewesen, die freie Schule in der 4.200-Seelen-Gemeinde zu etablieren. "Eine freie Schule zu gründen ist keine leichte Aufgabe. Was hier geleistet wurde, ist bemerkenswert. Dabei wurden den Initiatoren viele Steine in den Weg gelegt", sagt Mörbe. Die freie Schule, macht er klar, hat in der Gemeinde einen hohen Stellenwert. Es sei deshalb durchaus wünschenswert, dass sie weiter wächst.

Trägerverein will Schulhaus von der Gemeinde kaufen

Zwischen der Idee und der Umsetzung liegt aber ein langer Weg: "Man investiert natürlich lieber und mit einem anderen Gefühl, wenn einem das Gebäude auch gehört", sagt Tina Koppatsch und lässt anklingen, worum es dem Förderverein im Zwiegespräch mit dem Gemeinderat ebenfalls ging: Der Träger der freien Schule erwägt, das Gebäude nebst Grundstück zu erwerben, um offen für neue Gestaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten zu sein. Momentan ist die Bildungseinrichtung in der gemeindeeigenen Immobilie lediglich eingemietet.

Doch auch das vorhandene Schulhaus - erbaut in den Jahren 1995 und 1996 - ist inzwischen dringend sanierungsbedürftig. Der Keller muss trockengelegt und der Brandschutz erneuert werden, ins Treppenhaus läuft Wasser, zählt Tina Koppatsch auf. Erweiterung oder nicht - investieren wird der Trägerverein also so oder so müssen.

Der hat deshalb ein Gutachten zum Wert der Immobilie anfertigen lassen und es dem Bürgermeister übergeben. Lutz Mörbe sichert der Schule Unterstützung zu, betont aber auch: "Bislang hat es im Gemeinderat dazu noch keine Diskussion oder gar Beschlussfassung gegeben. Wir müssen uns mit diesem Thema zunächst mal auseinandersetzen."

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Sollten die Räte einem Kauf zustimmen, liegt ein langer Weg vor dem Trägerverein: Pläne müssen gemacht und Kosten kalkuliert werden. "Wenn denn alles glatt läuft, müssen wir auf den richtigen Fördertopf warten", erklärt Tina Koppatsch. Und dann, wenn all das gemeistert ist, wartet auf die freie Schule die weitaus größte Herausforderung: "Das größte Problem wird es, Lehrer zu finden", ahnt Koppatsch.

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