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Welche Chance hat eine Freie Schule in Heidenau?

In der neuen Mafa-Mitte werden einmal bis zu 1.700 Menschen wohnen. In den Plänen gibt es auch eine Schule. Die Stadt wird sie weder bauen noch betreiben. Wer dann?

Dieses Gebäude war für die Schule gedacht, doch es musste aufgrund des Zustandes abgerissen werden. Die Fläche bleibt für die Schule reserviert.
Dieses Gebäude war für die Schule gedacht, doch es musste aufgrund des Zustandes abgerissen werden. Die Fläche bleibt für die Schule reserviert. © Daniel Schäfer

Eine Stadthalle, Gastronomie, eine Schule: Die gehören zu den architektonischen Plänen für Heidenaus neue Mitte auf dem Mafa-Areal. Ob sie Realität werden, hängt weder von Stararchitekt Peter Kulka noch von der Stadt Heidenau ab. Denn bauen und betreiben müssen es andere. Bei der Schule beispielsweise ein Freier Träger. Dafür kommen zum Beispiel die am bekanntesten Waldorf- oder Montessori- sowie kirchliche Initiativen infrage. Auch Vereine können sich speziell für den Zweck einer Schulgründung bilden, so wie es beim inzwischen gescheiterten Lebens-Weise-Lernen-Verein in Langenhennersdorf der Fall war.

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Prinzipiell muss die Initiative zur Gründung einer Schule von vor Ort ausgehen. Es gibt zwar Dachverbände in den Ländern und im Bund, doch die betreuen und begleiten lediglich. Jede Initiative wird sich zunächst die Frage stellen müssen, gibt es für das von ihnen vertretene Modell eine Nachfrage. Und da dürfte Heidenaus Lage zwischen Pirna und Dresden eher ein Hindernis sein. In Pirna gibt es das evangelische Schulzentrum, eine Montessori-Schule ist im Aufbau. Die Grundschule soll im Schuljahr 2022/2023 starten.

In Dresden gibt es etliche Freie Schulen ganz verschiedener Ausrichtungen. Neben Montessori und Waldorf sind das zum Beispiel eine Freie Alternativschule, die Aktive Schule Dresden und die Kreativitäts-Grundschule. Auch in der Berufsbildung sind Freie Träger vertreten. Freie Schulen sind schwerpunktmäßig in großen Städten vertreten. Ausnahmen bestätigen die Regel, so wie die kirchliche Schule in Langburkersdorf.

Und es kommen immer wieder neue dazu. Nördlich von Leipzig entsteht zum Beispiel derzeit die neunte sächsische Waldorfschule. Hier sind engagierte ehemalige Lehrer einer bestehenden Waldorfschule die Initiatoren. Die neue Schule wird handlungspädagogisch orientiert sein.

Wer es schafft, hat gute Chancen

Die ersten drei Schulen in Leipzig, Dresden und Chemnitz bestehen bereits seit 1990. Hinzu kommen eine zweite in Chemnitz, eine weitere und eine im Aufbau in Dresden sowie eine in Görlitz. Weitere aktive Gründungsinitiativen sind Christwart Buchholz, Koordinator der Regionalkonferenz Mitte-Ost im Bund der Freien Waldorfschulen und Geschäftsführer der Freien Waldorfschule Magdeburg, derzeit nicht bekannt.

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In Sachsen gibt es auch eine Arbeitsgruppe von Schulen in Freier Trägerschaft. Auch sie betreut und begleitet Initiativen auf dem Weg der Gründung. Es melden sich zwar nicht alle bei ihr, aber von denen, die es tun, nimmt nur etwa die Hälfte alle Hürden der Gründung. Die Gründe fürs Scheitern sind vor allem fehlende Interessenten sowie die Raum- bzw. Platzfrage. Das wäre in Heidenau nicht das Problem. Dafür käme die Finanzierung eines Neubaus dazu. Die gute Nachricht: Wer es in Sachsen schafft, eine Freie Schule zu gründen, muss nur selten aufgeben.

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