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Sachsen-Anhalt startet Modellprojekt mit vier Präsenz-Schultagen

Nur vier Tage zur Schule müssen Schüler künftig in zwölf Bildungseinrichtungen in Sachsen-Anhalt. Der fünfte Wochentag soll in einem Modellprojekt für Distanzlernen oder Praktikumstage genutzt werden.

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Das 4-plus-1-Modell soll im neuen Schuljahr 2022/23 an zwölf Sekundar- und Gemeinschaftsschulen erprobt werden.
Das 4-plus-1-Modell soll im neuen Schuljahr 2022/23 an zwölf Sekundar- und Gemeinschaftsschulen erprobt werden. ©  Symbolbild/pexels.com

Sachsen-Anhalt will an einem Dutzend Schulen ein Modell mit vier Präsenz-Unterrichtstagen pro Woche und einem Tag fürs Distanzlernen oder praktische Tage in Unternehmen erproben. Grundlage sei ein Beschluss des Landtags, neue Modelle zur Unterrichtsorganisation an den Schulen zu erproben, erklärte ein Sprecher des Bildungsministeriums in Magdeburg am Freitag.

Die Schulen hätten sich auf eine entsprechende Ausschreibung hin gemeldet. Das Ministerium sieht das Modell aber nicht als Instrument gegen Lehrermangel. Zuvor hatten "Spiegel Online" und die "Magdeburger Volksstimme" berichtet. Insbesondere an Sekundarschulen fehlen viele Lehrkräfte, Unterrichtsausfall ist vielfach vorprogrammiert.

Konkret soll das 4-plus-1-Modell im neuen Schuljahr 2022/23 an zwölf Sekundar- und Gemeinschaftsschulen erprobt werden. Die Schülerinnen und Schüler sollen an vier Tagen in den Schulen unterrichtet werden.

Kritik gab es von Lehrerverbänden

Mit dem fünften Tag soll dem Ministeriumssprecher zufolge relativ kreativ umgegangen werden. Digitales Lernen über Apps oder das Moodle-Portal seien ebenso möglich wie Besuche in Unternehmen und Praxislerntage. Das Modellprojekt soll ein Schuljahr lang laufen und dann ausgewertet werden, hieß es.

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Kritik gab es von Lehrerverbänden. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) erklärte am Freitag, das Modell stelle "eine Bankrotterklärung des Landes Sachsen-Anhalt im Bildungsbereich dar". Der Landesvorsitzende Torsten Wahl kritisierte: "Hier wird eindeutig Lebens- und Lernzeit auf Kosten der Schülerinnen und Schüler vergeudet. Ein solcher Tag muss sehr gut in die Unterrichtsarbeit eingeplant, vorbereitet, durchgeführt und nachbereitet werden. Ein Distanzlerntag bedeutet jedoch für die Lehrkräfte eine enorme zusätzliche Belastung." (dpa)