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Sachsens Studenten verschieben den Abschluss

Corona verringert die Zahl der Absolventen drastisch. Aber es gibt auch einen positiven Trend bei den Prüfungen.

So volle Hörsäle gab es an Sachsens Unis lange nicht - trotzdem bleiben die Studierendenzahlen stabil.
So volle Hörsäle gab es an Sachsens Unis lange nicht - trotzdem bleiben die Studierendenzahlen stabil. © Archiv: Sven Ellger

Dresden. Erstmals sind Folgen der Coronapandemie für die sächsischen Studenten erkennbar. Im vergangenen Jahr haben mehr als sechs Prozent weniger ihr Studium abgeschlossen. Sie studieren weiter. Möglich wurde dies, weil mehrfach eine Corona-Verlängerung der Regelstudienzeit gegeben wurde. Diese Regelung war vor allem nötig geworden, damit die Studenten ihren Bafög-Anspruch behalten.

Die verschobenen Abschlussprüfungen werden sich wahrscheinlich aufstauen. Aber immerhin 20.064 Absolventen haben das Studium trotz der erschwerten Bedingungen im Jahr 2020 erfolgreich abgeschlossen.

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Weniger Prüfungen, weniger Durchfaller

Es gibt noch mehr Positives: 626 Studenten, und damit etwa nur halb so viele wie in den letzten Jahren sonst üblich, sind endgültig durch ihre Abschlussprüfung gefallen. Das geht aus einer umfangreichen Dokumentation zum Studium hervor, die das Statistische Landesamt Sachsen für Sächsische.de zusammengestellt hat. Das Risiko, noch ganz am Ende des Studiums durch die Abschlussprüfung zu fallen, ist an Universitäten zweieinhalb Mal höher als an Fachhochschulen.

Eine Erklärung für die vergleichsweise wenigen verpatzten Abschlussprüfungen wäre, dass viele der Problem-Kandidaten die Prüfungen durch die Corona-Studienverlängerung einfach aufgeschobenen haben. Wie viele Studenten im vergangenen Jahr wegen der Pandemie und den schwierigen Bedingungen ihr Studium schon vor der Abschlussprüfung abgebrochen haben, dazu gibt es laut Wissenschaftsministerium derzeit keine Erkenntnisse.

Die Studienanfängerzahl ging im Coronajahr in allen Fachgebieten zurück, außer bei den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaft. Am stärksten betroffen vom Rückgang waren die Geisteswissenschaften mit 17 Prozent. Das geht aus der Analyse des Statistischen Landesamtes hervor.

Gesamtzahl bleibt stabil

In diesen Tagen endet das dritte virtuelle Semester. Anders als Schulen waren die Hochschulen in Sachsen in der Corona-Zeit komplett digital – von Seminaren, über Vorlesungen bis zu Prüfungen und Doktor-Verteidigungen. Nur einige Praktika und Laborversuche gab es noch.

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In den letzten zehn Jahren sind die Studentenzahlen allen Prognosen zum Trotz nahezu stabil geblieben. In Sachsen sind derzeit 107.600 Studenten an Hochschulen und Universitäten eingeschrieben. Der der Frauenanteil liegt nach wie vor bei etwa 50 Prozent. Allerdings kamen im vergangenen Jahr 22 Prozent weniger Studienanfänger aus dem Ausland nach Sachsen. Die digitalen Angebote überzeugten da offenbar nicht. Das könnte sich im Herbst fortsetzen. Denn derzeit ist noch völlig offen, ob nicht das nächste Semester im Oktober auch wieder nur digital beginnt.

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