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Seer Schüler lernen im Container

Mit dem neuen Schuljahr ist See komplett zweizügig. Da reichen die Räume im Schulhaus nicht mehr aus. Die Stadt Niesky hat die Alternative.

Finnya und Sarah proben im neuen Unterrichtsraum mit der Querflöte für das Programm zur Einschulung. Schulleiterin Steffi Miethe (Bildmitte) freut sich über den zusätzlichen Platz.
Finnya und Sarah proben im neuen Unterrichtsraum mit der Querflöte für das Programm zur Einschulung. Schulleiterin Steffi Miethe (Bildmitte) freut sich über den zusätzlichen Platz. © André Schulze

Das neue Schuljahr kann an der Grundschule See beginnen. Nicht nur im Schulhaus, auch in den beiden Containern neben dem Gebäude. "Wir sind bereit und freuen uns auf unsere Schüler wieder", sagt Schulleiterin Steffi Miethe.

Ab diesem Schuljahr sind alle vier Klassen an der Grundschule zweizügig. 33 Erstklässler feierten am Sonnabend ihren Schulanfang und werden ab diesem Montag zwei Klassenräume füllen. Das bedeutet einen Zuwachs an Kindern, denn aus der 4. Klasse wurden 24 Mädchen und Jungen verabschiedet. Das war vorauszusehen, deshalb musste die Stadt Niesky als Schulträger handeln. Bereits im vergangenen Schuljahr hatte die Grundschule 31 Erstklässler.

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Befristete Lösung für zwei Jahre

Die Schule ist für die Anzahl der Kinder zu klein geworden. Wie kann der Unterricht für alle 120 Grundschüler weiter gewährleistet werden? Schließlich einigten sich Stadt und Schulleitung vor einem Jahr auf die Containervariante. Ihre Umsetzung erfolgte in den Sommerferien. Sie beinhaltet zwei Klassenräume sowie Toiletten für Mädchen und Jungen. Lehrer und Schüler freuen sich über die beiden hellen Unterrichtsräume. Nur ein Manko bleibt: Es wurde nicht bedacht, dass Grundschüler die Toilette benutzen und nicht erwachsene Herren. Die Pissoirs sind zu hoch angebracht.

Trotz dieser kleinen Einschränkung ist die Schulleiterin froh, dass sie Container-Toiletten haben. Das entlastet die Situation im Schulhaus auch im Hinblick auf das Abstandsgebot bei Corona. Der eine Raum im Container dient zum Unterricht für die 2. Klasse. Im anderen Raum ist eine Hortgruppe untergebracht. Mit dem neuen Schuljahr werden es über 100 Mädchen und Jungen sein, die den Schulhort im gleichen Haus besuchen.

Neben dem Schulhaus stehen die beiden Raumcontainer. Sie sind eine Zwischenlösung für die nächsten zwei Jahre. Wie sich dann die Schülerzahl für See weiter entwickelt, bleibt abzuwarten.
Neben dem Schulhaus stehen die beiden Raumcontainer. Sie sind eine Zwischenlösung für die nächsten zwei Jahre. Wie sich dann die Schülerzahl für See weiter entwickelt, bleibt abzuwarten. © André Schulze

Junge Familien kehren zurück

Den "Boom" an Grundschülern führt Steffi Miethe darauf zurück, dass sich in den vergangenen Jahren junge Familien in See und Umgebung ein neues Zuhause geschaffen haben. Entweder sie kauften alte Häuser oder bauten selbst. Ob dieser Zuwachs Bestand haben wird oder irgendwann wieder abflacht, das mag keiner vorhersagen. Als Steffi Miethe vor elf Jahren die Schule als Leiterin übernahm, wurden 84 Schüler unterrichtet. Jetzt ein knappes Drittel mehr.

Deshalb ist die Containerlösung die flexibelste, sagt Oberbürgermeisterin Beate Hoffmann. Für zwei Jahre hat die Stadt die Raumzellen gemietet. Das Inventar, wie Tische und Stühle, wurde neu angeschafft. "Zwei Jahre bleibt uns Zeit, um zu einer Dauerlösung zu kommen", sagt die Oberbürgermeisterin. Ideen gibt es bereits. Sie umzusetzen bleibt eine finanzielle Frage. Ohne Förderung sieht sich die Stadt dazu nicht in der Lage.

Mit der vorhandenen Lösung sind die elf Lehrkräfte zufrieden, hebt Steffi Miethe hervor. Der Schulbetrieb ist weiter gesichert, dank der Firmen und der vielen Helfer bis hin zum Hausmeister, die dafür gesorgt haben, dass zum neuen Schuljahr alle acht Klassen jeweils einen eigenen Raum haben.

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